Mittwoch, 22. Mai 2013

Angelina Jolie - das richtige Signal?


Angelina Jolie – mutig, oder das falsche Signal?

Sie haben es sicherlich gelesen. A. Jolie hat sich aus Angst vor Brustkrebs einer vorsorglichen Brust-Op unterzogen.
Die meisten halten das für mutig und für den richtigen Schritt im Kampf gegen Krebs. Mir ist es normalerweise völlig egal was Promis so machen, da ich befürchte, dass so einige Aktionen hauptsächlich der Publicity dienen. Nun kann man bei Frau J. wohl davon ausgehen, dass Sie das nicht mehr wirklich nötig hat und der Begriff „Angst“ bringt mich als Coach sofort dazu etwas näher hinzuschauen. Das habe ich getan und möchte Sie nun bitten sich nach der Lektüre dieses Artikels ein eigenes – vielleicht sogar ein ganz neues Bild über dieses Thema zu machen.

Placebo:
Betrachten wir uns die Placebo-Wirkung. Alle Medikamententests werden in sogenannten Doppelblindstudien durchgeführt und haben tausendfach gezeigt, dass auch das Placebo (wirkungslose Tablette oder Injektion) Heilerfolge bewirkt. Die Gehirnforschung hat nachgewiesen, dass der Glaube an die Heilung bereits genügt, um im Gehirn Neurotransmitter freizusetzen, die diese Heilung dann auch tatsächlich anstößt. Auch die Meditationsforschung zeigte, dass die Visualisierung und das „heilende Mantra“ in der Meditation Heilerfolge verstärkte und Selbstheilungsprozesse aktivierte. Lesen Sie hierzu meinen Artikel auf mymonk.de zum Thema Meditation http://mymonk.de/10-gruende-fur-meditation-ergebnisse-der-hirnforschung/

Wenn also die Heilung vom Gehirn aktiviert und verstärkt werden kann, warum sollte dann nicht auch die Krankheit vom Gehirn aktiviert werden? Könnte es nicht sein, dass ausgerechnet die Angst vor einer Krankheit, diese erst aktiviert?

Der Zellforscher und Biologe Prof. Dr. Bruce Lipton sagt vereinfacht ausgedrückt folgendes: Man kann alle möglichen Erbanlagen in seinen Genen haben. Es bedeutet aber noch lange nicht zwangsläufig, dass diese Gene aktiviert werden. Die Aktivierung der Gene nehmen wir praktisch selbst vor, da wir uns auf eine gewisse Art verhalten. Dieses Verhalten wiederum ist Ausdruck unseres „Denkens“ und dessen, was man uns beigebracht hat und wie wir erzogen wurden und was wir davon angenommen und zu unserer persönlichen Wahrheit gemacht haben. Habe ich nun die „persönliche Wahrheit“ verinnerlicht, dass ich krebs-gefährdet bin, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich den Krebs dadurch tatsächlich aktiviere.

Fokussierung:
Verstärkt wird dieses Phänomen meines Erachtens durch die Fähigkeit des Gehirns sich auf Dinge zu konzentrieren und durch diese Fokussierung nur noch Informationen aufzunehmen, die meinen Glauben bestätigen. Sie können diese Self-Fullfilling-Prophecy mit jeder erdenklichen Übung selbst nachprüfen. Sie müssen nur glauben, dass Opel-Fahrer schlechtere Autofahrer sind, als alle anderen und Sie werden sich besonders auf Opel-Fahrzeuge im Straßenverkehr fixieren. Sie warten förmlich darauf, dass der Fahrer einen Fehler macht und schon haben Sie den Beweis für Ihre Theorie. Die Fehler anderer Fahrer werden Sie nicht mehr wahrnehmen, da Sie nur auf Opel fokussiert sind.

Wenn Sie nun anfangen täglich Ihre Brust nach Knoten abzutasten, befürchte ich, dass Sie bald einen finden werden. Die Angst, die Sie nun dadurch bekommen, wird im Gehirn Botenstoffe freisetzen, die Ihr Krebs-Gene aktivieren.
Könnte es nicht sein, dass es die Angst ist, die uns krank macht?

Ursache und Symptom
Selbst bei konservativen Ärzten hat es sich inzwischen herumgesprochen: Die Ursache muss bekämpft werden – nicht das Symptom.
Nun ist aber der Ischiasschmerz, der Kopfschmerz und der Brustkrebs nicht die Ursache, sondern nur das Symptom. Was nutzt es da, sich die Brust entfernen zu lassen?

Die Ursache, in dem Fall vielleicht die Angst oder der Stress oder eine langanhaltende emotionale Krise, sind immer noch da. Die Ursache wird sich ein neues Symptom suchen. Aus Kopfschmerzen werden Bauchschmerzen, aus Ischiasschmerzen werden Nackenverspannungen und aus Brustkrebs wird irgendetwas anderes.

Die Ursache ist die Angst, das Denken an das, was alles schief gehen könnte und die negativen Glaubenssätze.

Vielleicht sollten Sie Ihre Brust behalten – ich für meinen Teil werde mich, selbst wenn man mir ein erhötes Krebsrisiko bescheinigen sollte, nicht von meiner Prostata und anderen Innereien trennen – nur über meine Leiche ;-)

In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund!


Ihr
Thomas Pfitzer
Autor und Coach



Dienstag, 14. Mai 2013

Gott ist ein Konzept des Gehirns


Spiritualität und Naturwissenschaft – Gott und Gehirnforschung

Oder: „Gott“ ist ein Konzept des menschlichen Gehirns

Andrew Newberg, Radiologe an der University of Pennsylvania in Philadelphia wagt einen Brückenschlag zwischen Naturwissenschaft und Spiritualität.
Der junge Arzt, selbst religionslos, sagt, dass sein Engagement dem Forschertrieb und einem Faible für Philosophie entspringt.
Und so sieht die Versuchsaufstellung aus: ein meditationserfahrener Mann hat in seinem linken arm eine Kanüle ein dünner Schlauch führt unter der Tür hindurch in ein Nachbarzimmer.
Dort wartet Newberg darauf, dass er mittels eines Signals über einen Baumwollfaden vom meditierenden das Zeichen erhält, dass der Höhepunkt der Selbstversenkung erreicht ist.
Nach etwa einer Stunde ist es dann so weit. Als Newberg einen Zug am Baumwollfaden spürt, injiziert er eine sehr leicht radioaktive Substanz in den langen Infusionsschlauch. Die strahlenden Moleküle fließen in die Vene des Probanden und werden rasch in dessen Gehirn weitergeleitet.

Dort bleiben sie in den Zellen für mehrere Stunden aktiv - wobei die Konzentration um so höher wird, je aktiver ein Gehirnteil ist. Nach der Meditation wird die Versuchsperson mittels einer Spect–Kamera (single-photon emission computed tomography) gescannt. Die Spect rotiert um den Kopf des Mannes und zeichnet dabei die Verteilung der Radioaktivität auf. Nach einer Stunde hat man einen "Schnappschuss" der Gehirnvorgänge.

Mit acht weiteren Meditierenden und drei betenden Franziskaner-Nonnen hat Newberg mittlerweile den gleichen Versuch gemacht.
Die Spect-Aufnahmen enthüllten bei allen deutliche Veränderungen. Ein Areal im vorderen Stirnlappen leuchtete hell auf, eine Region im Scheitellappen reduzierte ihre Aktivität.
Newberg stellt folgendes Modell auf: Meditation beginnt mit dem Willen, alle Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen auszuschalten. Die Konzentration auf dieses Ziel regt die Neuronentätigkeit des Aufmerksamkeitszentrums im Stirnbereich des Gehirns an. Dem Hippocampus wird dadurch signalisiert den Zufluss neuronaler Informationen zu bremsen. Durch diese Blockade wird ein Areal im Scheitellappen zunehmend von neuronalen Impulsen abgeschnitten. Das rechte Scheitelareal ist zuständig für unsere Orientierung im Raum. Fehlen ihm die notwendigen Reize, ergibt sich ein „subjektiver Eindruck völliger Raumlosigkeit“, den der Geist als unendlichen Raum und als Ewigkeit interpretiert.
Das analoge linke Hirnareal erzeugt eine Vorstellung von den Begrenzungen unseres Körpers. Der Totalausfall von Signalen auf dieser Seite bedeutet, dass "die Wahrnehmung von sich selbst grenzenlos wird".

Dieser Zustand könnte die mystischen Erfahrungen vieler Menschen erklären, die das Gefühl der Verschmelzung des selbst mit der Welt, die Auflösung von Zeit und Raum hatten; oder aus der Sicht eines Buddhisten: das Nirwana erreichten. (Nirwana: „erlöschen, erfassen, verwehen“ im Sinne einer Auslöschung aller mit der Vorstellung vom Dasein verbundenen Faktoren, wie Ich-Sucht, Gier, Verblendung).
Ähnliche Phänomene kennen Christen wenn sie intensiv beten. Auch der Tanz der Derwische führt zu diesem Trancezustand.

Die scheinbare Auflösung der Körpergrenzen führt so zu einer Vereinigung mit Gott - zu der in Theologie und Philosophie viel diskutierten „unio mystica“ (eine Erfahrung, bei der das Alltagsbewusstsein eines Menschen überschritten wird und eine besondere dauerhafte Einsicht in eine, wie auch immer geartete gesamtheitliche Wirklichkeit erlangt wird – Zitat Wikipedia).
Newberg: „Wenn ein Mensch die Erfahrung der Gegenwart Gottes macht, kann ich sagen, was dessen Gehirn dabei tut; aber ich kann nichts darüber aussagen, ob dieser Mensch sich wirklich in Gottes Gegenwart befindet."
Der Radiologe betont, er habe hier den Nachweis, dass die diversen Beschreibungen spiritueller Erlebnisse "kein Ergebnis emotionaler Defekte oder schlicht Wunschdenken sind", keine mentalen Ausgeburten von Sonderlingen, sondern "biologisch real". Er sagt weiterhin: „Unser Gehirn ist durch seine Architektur prädestiniert für solche Erfahrungen“.

Folglich ist „Gott“ ein Konzept unseres Gehirns – oder „nur“ ein Konzept unseres Gehirns?

Darüber könnte man meditieren...


Thomas Pfitzer
Autor und Coach
Praxis für Leistungscoaching und Menaltraining
Ludwigshafen

Samstag, 4. Mai 2013

Leseprobe zum neuen Buch


Hier gibt es die Leseprobe zu meinem Buch "Gapra-Meditation - 35 mentale Trainingstechniken für mehr Gelassenheit und Leistung"

Ihr benötigt dazu einen pdf-reader.


Liebe Grüße

Tom




Mittwoch, 24. April 2013

35 Trainingstechniken aus der Gehirnforschung

Liebe Leser,

ich freue mich Ihnen mein erstes Buch vorstellen zu können. Nach einer intensiven und guten Zusammenarbeit mit meinem Verlag (Synergia Darmstadt) ist jetzt das Buch erschienen.


Hier ein paar Informationen zum Buch:







Über dieses Buch: Die ganzheitlich-pragmatische Meditation

Jeder Stress kann behoben, jede Angst kann aufgelöst werden. Jede Charaktereigenschaft, die Ihnen missfällt, kann durch ein neues, besseres Verhalten ersetzt werden. Nichts muss so bleiben wie es ist. Sie werden nie mehr etwas als gegeben hinnehmen. Die Arbeit mit diesem Buch wird Ihre emotionalen Probleme ebenso beseitigen, wie Ihre alten, hinderlichen Glaubenssätze.

Die Gapra-Meditation (ganzheitlich-pragmatische Meditation) ist eine mentale Trainingstechnik, die moderne psychologische Methoden wie NLP, EMDR/Wingwave, The Work, energetische Psychologie, systemische Arbeit und Hypnose mit traditionellen Systemen aus dem hawaiianischen Huna und der buddhistischen Philosophie vereint.

35 mentale Trainingstechniken und eine leicht erlernbare Meditationsform helfen Ihnen Ihre Ziele zu erreichen. Mit den Ergebnissen der modernen Gehirnforschung zur Meditation, Stressbekämpfung und Glücksforschung, gibt Ihnen der Autor auf verständliche Weise das nötige Hintergrundwissen mit auf den Weg. Einige Beispiele aus seiner Praxisarbeit verdeutlichen am Schluss des Buches, wie einfach es sein kann, sein Leben zum Besseren zu wandeln.

Nichts muss bleiben, wie es ist – weder seelisch, noch körperlich!


Über den Autor

Thomas Pfitzer, Jahrgang 1961 kam über seine früheren Tätigkeiten als IT-, Arbeits- und Personalberater zum Coaching. In der Beratung ist der Berater Spezialist für das Problem und gibt Lösungsvorschläge, die der Klient umsetzt. Oftmals führt dies aber langfristig nicht zum gewünschten Ergebnis, da die persönlichen und seelischen Aspekte des Klienten zu wenig Beachtung finden.

Im Coaching hingegen geht es darum, den Klienten erkennen zu lassen, dass er allein die Lösung all seiner Konflikte in sich trägt. Der Coach beeinflusst nicht, sondern stellt lediglich die passenden Methoden zur Verfügung. Ein guter Coach führt seinen Klienten zum „Selbstcoaching“. Das ist es, was dieses Buch tut – es zeigt Ihnen die besten mentalen Trainingsmethoden aus seiner Praxis. 

Das Problem liegt in mir – also liegt auch die Lösung in mir.

Montag, 15. April 2013

12 Techniken um Lügen zu erkennen


12 Techniken um Lügen zu erkennen


Was sind Lügen?
Auch das Weglassen von Informationen führt in die Irre und ist wie die Halbwahrheiten ebenfalls eine Lüge.

Alle finden Ehrlichkeit wichtig, aber nur die wenigsten können Lügen entlarven, weil die Menschen gute Lügner sind. Wie bereits erwähnt - eine Fähigkeit aus längst vergangener Zeit. Früher war auch die Bestrafung für Lügen schwerer. Daher mussten Lügner gut sein.
Die meisten Lügen kommen nur durch Zufall ans Licht. Lügen erkennen, während sie ausgesprochen werden, können oft nur Verhörspezialisten.

Man hat in Untersuchungen herausgefunden, dass Männer eher über sich lügen; Frauen eher über andere, z.B.: nicht ehrlich gemeinte Komplimente. Ansonsten gibt es wohl keine geschlechterspezifischen Unterschiede beim Schummeln.

Es gibt auch keine typischen Verhaltensweisen bei Lügnern. Weder die Vermeidung von Blickkontakt, noch nervöses Zappeln oder die Länge der Sprechpausen sind, für sich allein genommen, ein Beweis für eine Lüge.

Seelische und geistige Verfassungen, können für veränderte Verhaltensweisen zuständig sein. Es ist auch möglich, dass bereits das Wechseln des Gesprächsthemas zu Verhaltensänderungen führt, aber nicht weil die Person lügt, sondern weil ihr das Thema unangenehm ist. Daher sind diese angeblichen Erkennungszeichen alleine noch kein Beweis für eine Lüge. Sie können nur als Anhaltspunkt herangezogen werden, wenn sie dem Referenzverhalten (Standartverhalten) widersprechen.

Nun wollen wir uns einige Techniken anschauen, die Ermittler und Verhörspezialisten anwenden um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Vielleicht können wir das ein oder andere nutzen, um uns vor Lügnern zu schützen.

Technik 1
Nach dem Gegenteil fragen.

Wir neigen dazu schnell zuzustimmen und ja zu sagen, um uns weitere Diskussionen zu ersparen. Wenn Sie also nach dem fragen, von dem Sie eigentlich ausgehen, dass es NICHT getan wurde, bekommen Sie immer eine Zustimmung.

„Haben Sie auch ein original Mercedes Benz Ersatzteil verbaut?“
„Ja, natürlich.“

Besser:
„Sie haben ja ein preiswertes No-Name-Ersatzteil verbaut, oder?“

Wenn er jetzt nein sagt und darauf hinweist, dass in dieser Werkstatt nur Qualität verbaut wird, wissen Sie, dass es wahr ist.

Technik 2
Referenzverhalten ermitteln durch Small-Talk.

Nicht einzelne Verhaltensweisen geben Aufschluss über die Lüge, sondern die Veränderung der Verhaltensweisen.
Es muss also zuerst immer ein Referenzverhalten erkannt werden.
Da Menschen gerne über sich sprechen, ermittelt man die Referenz mit Belanglosigkeiten:
Interessen, Hobbys, Musik, die Bilder an der Wand, Sport, letzter Urlaub, Freundeskreis. Bei Männern muss man darauf achten, dass sie gerne in den Bereichen Beruf und Geld schon mit dem Lügen beginnen. Hier wird dann das Referenzverhalten verzerrt!

Bei Nahestehenden sind wir oft „blind“, da wir an das Gute glauben wollen und einen Vertrauensvorschuss gewähren.

Technik 3
Referenzverhalten ermitteln durch Kontrollfragen.

Fragen stellen, deren Antworten man schon kennt. Bei der Wahrheit erhält man das Referenzverhalten. Lügt die Person später, erkennt man schnell die Verhaltensänderung zum Referenzverhalten.

Technik 4
Referenzverhalten ermitteln durch provozierte Lügen.

Sie sagen: „Stiftung Warentest hat ermittelt, dass der Fernseher XY als bester abgeschnitten hat.“ (das entspricht nicht der Wahrheit)
Die Reaktion des Verkäufers zeigt Ihnen, ob er ehrlich ist. Sein Verhalten zeigt Ihnen, wie er sich bei Lügen oder eventuell bei der Wahrheit verhält.

Bitte bedenken Sie dabei, dass Sie das Gespräch bereits mit einer Lüge begonnen haben. ;-)

Die häufigsten Änderungen des Referenzverhaltens im Überblick:

  • Stimmhöhe
  • Lautstärke
  • Sprachtempo
  • Satzlänge
  • Weniger Details
  • Pausen
  • Sitzposition
  • Blickrichtung
  • Bewegungen (mehr/weniger)
  • Änderungen in der Mimik

Eine Veränderung allein, sagt noch nicht besonders viel aus. Erst eine Anhäufung von Verhaltensabweichungen kann als Beweis für eine Lüge gedeutet werden.

Häufige Themenwechsel zeigen erst das wahre Referenzverhalten, da auch Verhaltensänderungen möglich sind, weil der Person beispielsweise gewisse Themen unangenehm sind. Das bedeutet aber noch nicht, dass sie lügt.

Abrupte Vorwürfe und Schuldzuweisungen führen immer zu einem Veränderten Verhalten und sind somit kein Beweis für eine Lüge.
Zwischen dem Beobachten des Referenz-, bzw. Normverhaltens durch Stellen von Kontrollfragen etc. und dem eigentlichen Thema, sollte nur wenig Zeit liegen, da auch schwindendes Interesse und Müdigkeit zu Verhaltensänderungen führen können.

Technik 5
Reflexe erzeugen.

Kritische Themen werden so verpackt, dass nur ein Täter sich durch auffälliges Verhalten verrät. Ein Thema wird nur angeschnitten, ohne einen direkten Bezug zur Person herzustellen und ohne jede Verdächtigung, obwohl man natürlich einen Verdacht hegt. Man kann z.B. das gleiche Vergehen anderer Menschen zur Sprache bringen. Wer sich ertappt fühlt, wird vom Referenzverhalten abweichen.
Die Konfrontation des vermeintlichen Lügners oder Täters mit einem Sachverhalt, wird nur vom tatsächlichen Täter als Anschuldigung verstanden. Der Reflex geschieht so schnell, dass der Beschuldigte seine überzogene Reaktion erst erkennt, wenn es zu spät ist.

Angst , Schuld und Freude.

Diese drei Emotionen wurden von Psychologen, als die, für Lügner typischen, ermittelt.
Daraus lassen sich die nächsten Techniken ableiten, denn Signale von Angst, Schuld und Freude sind leicht zu erkennen.

Technik 6
Angst verstärken.

Verdeutlichen Sie dem Gegenüber, wie sehr Sie Lügen verabscheuen. Damit erhöhen Sie die Angst des Lügners vor einem Imageschaden.
„Ich kann mit der schlimmen Wahrheit leben, aber nicht mit einer Lüge.“ (was natürlich gelogen ist)

„Und sei dir gewiss, dass ich jede Lüge durchschaue.“ (wieder gelogen)

Dadurch, dass der Mensch dazu neigt, zu glauben was man ihm sagt, verstärkt das die Angst des Lügners und verringert die Angst des Unschuldigen. Der Unschuldige kann nämlich durchaus auch Symptome der Angst zeigen, wenn man ihm z.B. sagt, dass die Beziehung beendet ist, wenn er nicht die Wahrheit sagt.

Der Gegenüber muss also davon überzeugt werden, dass man ein guter Menschenkenner ist. Das lässt sich mit einer kleinen Geschichte zu Beginn des „Verhörs“ bewerkstelligen.

Technik 7
Schuldgefühl verstärken.

Funktioniert wie oben, aber eben mit Betonung auf „das würde mich sehr traurig machen...“ oder „du weißt wie sehr ich dich schätze...“
Wer jetzt noch lügt, zeigt eindeutige Körpersignale von Traurigkeit. Der Lügner dreht den Kopf zur Seite und kann einem nicht mehr in die Augen schauen. Der Täter möchte am liebsten ganz schnell den Raum verlassen. Das zeigt auch seine Körperhaltung.

Technik 8
Freude entdecken.

Erfahrene Lügner empfinden weniger Scham und Angst, als vielmehr Freude über eine gelungene Täuschung. Grinsen und ein stärkerer Bewegungsdrang sind oftmals Anzeichen für einen glücklichen Lügner. Wer überteuerte Aktienfonds verkauft und der Meinung ist, dass jeder selbst Schuld hat, der zu viel zahlt, hat weniger ein schlechtes Gewissen, als vielmehr Spaß am Geld verdienen.

Angst-Emotionen erkennen (die häufigsten Verhaltensweisen):

  • Blinzeln
  • lange Pausen
  • Stottern
  • Wiederholung der Frage (Zeit gewinnen)
  • Höhere Stimmlage
  • Steifes Verhalten (Lügner neigen zu wenig Gestik und Mimik, um sich nicht zu verraten)

Schuld-Emotionen erkennen:

  • Trauriger Blick
  • Vermeidung von „ich“ und „mein“ (Entpersonalisierung der Aussage)
  • Körper wegneigen
  • Füße Richtung Tür strecken (würde am liebsten flüchten)
  • Steifes Verhalten (Lügner neigen zu wenig Gestik und Mimik, um sich nicht zu verraten)
Freude-Emotionen erkennen:

  • Verhalten erscheint unpassend
  • Anzeichen von Stolz und freudiger Erregung
  • Grinsen

Technik 9
Diskrepanzen erkennen:

  • Oben – Unten – Diskrepanz
Am wichtigsten ist das Beobachten der oberen Gesichtshälfte, da diese bei künstlichen Gesichtsausdrücken am schwersten zu kontrollieren ist.
Beispiel: der Mund lächelt, die Augen nicht.
Wenn die Augen nicht lächeln, ist die Emotion eher aufgesetzt. Es können aber auch Links – Rechts – Diskrepanzen auftreten. Beispiel: Ein Lächeln, das den Mund nur in eine Richtung verzieht.

  • Zeitpunkt der Mimik
Echte Emotionen treten im Gesicht VOR den Worten und der Gestik auf. Bei Lügen ist es oft umgekehrt.

  • Dauer und Intensität von Emotionen
Werden Emotionen vorgespielt, sind sie oft zu heftig und die Darstellung dauert zu lange. Der Laien-Schauspieler neigt zur Übertreibung.

  • Wechsel der Emotionen
Ein Mensch, der die Wahrheit sagt und mit dem was er sagt, eine bestimmte Reaktion erreichen will, hat dabei eine einzige Emotion.
Beispiel: Er droht ODER er bettelt ODER er zeigt Enttäuschung.
Ein Lügner testet häufig alle diese Emotionen in kurzer Folge, weil er wissen will, was bei Ihnen am besten wirkt.

Technik 10
0,5 Sekunden wahre Gefühle.

Bevor der Täuscher seine aufgesetzte Mimik zur Schau stellt, zeigt er für die maximale Dauer einer halben Sekunde, seine wahren Emotionen. Mit etwas Übung und guter Beobachtungsgabe, lassen sich diese Mikro-Ausdrücke (entdeckt von den Therapeuten Haggard und Isaacs) erkennen.

Technik 11
Fragetechniken.

  • Keine Fragen stellen, auf die man mit Ja oder Nein antworten kann.
  • Längere Schweige-Zeiten einfügen. (verunsichert den Befragten)
  • Bei längeren Handlungsfolgen nachhaken und zeitlich springen. (Lügner können ihre Geschichte meist nur in chronologischer Folge erzählen) Springt man vor und zurück und fragt nach dem „was davor“ war, gerät der Lügner durcheinander.
  • So tun, als wisse man bereits genau Bescheid, was tatsächlich vorgefallen ist.
  • Verständnis für eine eventuelle Lüge zeigen. (führt hin und wieder zum Geständnis)

Technik 12
Auf Details achten.

Wahre Geschichten enthalten viele emotionale, verwirrende, verrückte Details und unpassend wirkende Gedächtnislücken. Zudem sind sie oft unstrukturiert und werden mit zeitlichen Sprüngen erzählt. Bei der wiederholten Erzählung, findet man oft leichte Abweichungen in der Erzählweise. Auch kleinere Gedächtnislücken, sind bei wahren Geschichten häufig. Lügen hingegen sind einstudiert, immer gleich und chronologisch logisch – aber es fehlen die Details und die emotionalen Ausbrüche.
Es ist doch seltsam, dass es keinerlei Gedächtnislücken bei Uhrzeit, Ort und Handlung gibt, aber alle anderen Details komplett fehlen. Wie war die Stimmung der Anwesenden? Wie war seine eigene Stimmung? Kleidung? Musik? Gesprächsthemen? – und viele andere Dinge, an die man sich normalerweise erinnert, fehlen bei Lügen oftmals ganz.

Thomas Pfitzer
Praxis für Leistungscoaching und Mentaltraining
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