Donnerstag, 15. Januar 2015

Die richtige Fokussierung bei einem Dilemma

Die richtige Fokussierung bei einem Dilemma

Um ein Ziel zu erreichen, ist es wichtig, dass wir uns darauf fokussieren. Anders ist es bei Problemen oder einem Dilemma.

Da wir uns leider meistens auf das fokussieren, was wir nicht wollen und auf das, was nicht funktioniert, bekommen wir auch nur das, was langfristig nicht sinnvoll ist. Wer kein positives Ziel formuliert und visualisiert, sieht es auch nicht und kann es dementsprechend auch nicht erreichen. Die meisten Menschen haben „Weg-von-Ziele.” Ein solches Ziel könnte z.B. lauten: „Ich werde mich nie wieder auf Menschen einlassen, die …” oder „Ich brauche dringend einen neuen Job; mein Chef nervt mich…” Hier liegt die Fokussierung aber auf dem was ich nicht mehr will und das Ziel hat keine Richtung. „Weg von” gibt keine konkrete Richtung an, es wird nichts visualisiert. Es kann in jede Richtung gehen, was aber bedeutet, dass ich die nächstbeste Veränderung annehme, da sie ja ohne großen Aufwand das „Weg-von-Ziel” erfüllt. Wir alle wissen aber was passiert, wenn wir das Nächstbeste nehmen.
Ein gutes Ziel hingegen ist ein „Hin-zu-Ziel“, denn es hat eine konkrete Richtung. Zudem wird es visualisiert und kann sich somit im Unterbewusstsein einprägen. Unser Unterbewusstsein leitet uns unbemerkt auf den richtigen Weg, wenn das Ziel nach gewissen Kriterien erarbeitet wurde.
Ist ein Ziel erst einmal fokussiert, nimmt unser Unterbewusstsein nur noch Dinge wahr, die uns auf dem Weg zum Ziel halten. Ist das Ziel nicht richtig erarbeitet, kann das Ergebnis durchaus unbefriedigend sein.
Was tun bei einem Dilemma?
Es gibt immer mehr als zwei Möglichkeiten
chess-79638_1280Oftmals befinden wir uns in Situationen, die uns suggerieren, wir hätten nur zwei Wahlmöglichkeiten. Nehmen wir als Beispiel eine gescheiterte Ehe. Das Haus ist noch nicht bezahlt; die Kinder sind noch klein; die Kommunikation zwischen den Partnern besteht nur noch aus Schuldzuweisungen und Zank. Man hat das Gefühl, dass nichts mehr zu retten ist, andererseits führt die Scheidung zu großen finanziellen Verlusten und wird zur Belastung für die Kinder. Die Frage, die man sich stellt lautet: Ehe aufrecht erhalten oder scheiden lassen?
Hier entstehen Fokussierungen auf zwei Möglichkeiten, die beide gewisse Nachteile haben. Wir halten beide Lösungswege für ein Verlustgeschäft und daher fällt uns die Entscheidung schwer. Da der Ist-Zustand aber auch unbefriedigend ist, setzen wir uns zeitlich unter Druck und wollen schnell eine Entscheidung herbei führen, die aber selten vollständig durchdacht ist und für die wir emotional noch nicht gefestigt sind. Wenn ich mich auf diese beiden Lösungen fokussiere, habe ich einen stark eingeschränkten Sichtwinkel. Bei einem Dilemma hat man zwei eingeschränkte Sichtwinkel, die beide dafür sorgen, dass man nur begrenzte Informationen aufnimmt und sich gedanklich und emotional im Kreis dreht. Gute Lösungen und mögliche Kompromisse werden dann oft übersehen.
„Sich nicht entscheiden können“ ist ein Signal des Unterbewusstseins, das uns damit mitteilt, dass uns zur Entscheidung wichtige Informationen fehlen. Wir brauchen mehr Zeit und mehr Input.
Wenn wir dies erkennen, können wir ganz bewusst sagen, dass uns noch Informationen fehlen, um eine gute Entscheidung treffen zu können. Also entscheiden wir uns ganz bewusst für: „Es ist jetzt nicht die richtige Zeit eine Entscheidung zu treffen.”
Jetzt ist mein Fokus plötzlich viel weiter gespannt, mein Sichtwinkel ist größer und ich nehme mehr Informationen auf. Irgendwann habe ich durch die breitere Fokussierung alle Informationen, die ich für eine sichere und sinnvolle Entscheidung benötige.
sunlight-166733_1280Es ist in so einem Fall ebenfalls möglich, dass durch die „weite“ Fokussierung – bzw. durch die bewusste Nichtfokussierung – eine dritte Möglichkeit erkannt wird, die weniger negative Folgen hat. Im obigen Beispiel könnte dies zB eine Umwandlung der Ehe in eine Wohngemeinschaft im gemeinsamen Haus sein, zum Wohle der Kinder und zum Erhalt des Eigenheims. Zumindest so lange, bis die Kinder die Trennung leichter verkraften können oder das Haus abbezahlt ist, um einen hohen Verlust durch einen schnellen Notverkauf zu verhindern.
Entscheidungen zwischen mehreren Wahlmöglichkeiten, die einem gleichermaßen attraktiv bzw. unattraktiv erscheinen, fallen deshalb schwer, weil uns Informationen fehlen. Haben wir alle benötigten Informationen, können wir den, für alle Beteiligten, besten Weg erkennen. In so einem Fall hilft es oft, die bewusste Fokussierung auf „ich brauche mehr Zeit und bessere Informationen” zu setzen.
Hektischer Aktionismus führt selten zum Ziel. Es wird zwar viel erreicht oder zumindest viel bewegt, aber leider oft in die falsche Richtung.
Herzliche Grüße
Thomas Pfitzer
Autor und Coach
www.wingwave-rhein-neckar.de

Sonntag, 9. November 2014

Das Wichtigste aus der Glücksforschung Teil 5 von 5


2 Techniken



Glückstechnik – Das Gute wiederholen


Ein Hinderungsgrund glücklich zu sein, ist scheinbar unsere mangelnde Fähigkeit uns schöne, beglückende Momente in Erinnerung zu halten. Mit unangenehmen Situationen gelingt uns das Erinnern besser. Unangenehme Situationen schleichen sich in unser Wachbewusstsein und verderben uns die Sicht auf die guten und schönen Dinge im Leben.

Mit der folgenden Technik können Sie Ihr Bewusstsein für das Gute in Ihrem Leben schärfen. Schreiben Sie eine Woche lang alles auf was Ihnen Spaß gemacht hat oder gut und sinnvoll war und Ihnen Befriedigung brachte. Anders formuliert: wir schreiben alles auf, von dem wir uns wünschen, dass es sich wiederholt.
Nun beschließen Sie in der kommenden Woche all diese Dinge noch einmal zu tun. Tun Sie es bewusst und genießen Sie es. Gehen Sie Ihre Liste konsequent durch und versuchen Sie wenn möglich jeden Tag eine positive Begebenheit zu wiederholen. Neue positive Geschehnisse schreiben wir natürlich auf und integrieren Sie sogleich in diesen Ablauf.

Sollte Ihr Blatt leer bleiben, gehen Sie in der Zeit weiter zurück. Müssen Sie viele Wochen zurück gehen, um positive Erlebnisse zu finden, wäre eventuell dann auch ein Coaching hilfreich, denn es stellt sich die Frage, warum Sie schon so lange kein Ziel mehr haben und keine erfüllenden Dinge mehr tun. Vielleicht hilft auch mein Artikel zum Thema „Motivationsblockaden erkennen“ weiter:

http://mymonk.de/9-verhaltensmuster-die-deine-motivation-ersticken-thomas-pfitzer/

Um diese dann aufzulösen ist aber ein individuelles Coaching nötig, da die Ursachen sich nicht allgemein für alle Menschen mit einer Übung beheben lassen.


Glückstechnik – Realistisches Selbstwertgefühl


Ein Grund für unser unglücklich sein ist ein überzogenes Selbstbild und die daraus resultierenden überzogenen Anforderungen, die wir auch an andere stellen.
Wir verletzen uns damit ständig selbst, da wir unseren eigenen Anforderungen nicht gerecht werden können und unsere Freunde uns ständig enttäuschen, weil diese natürlich den Anforderungen noch viel weniger gerecht werden können, da sie oftmals gar nicht wissen was wir von ihnen erwarten.

Die folgende Übung kann nur paarweise gemacht werden.
Suchen Sie einige Ihrer nur schwer zu erfüllenden Anforderungen, die Sie an sich selbst stellen. Begnügen Sie sich vorerst mit maximal 3 Vorstellungen, die Sie von sich haben. Das machen beide Teilnehmer der Übung und schreiben diese Anforderungen auf.

Einer beginnt nun damit die erste Anforderung, die er an sich selbst stellt so zu formulieren, dass er sie an den anderen stellt und sie von ihm einfordert. Schließlich fordern wir ja das auch in Wirklichkeit, wenn auch unbewusst, von anderen, was wir selbst von uns erwarten. Sprechen Sie diese Anforderungen laut aus und sagen Sie es mit ernster Miene, denn Ihr Unterbewusstsein meint es tatsächlich so.

Beispiel: „Ich erwarte von dir in Zukunft, dass du immer alles sofort und perfekt erledigst was aktuell ansteht und gemacht werden muss."
Oder: „Ich erwarte von dir, dass du immer Top aussiehst und super Klamotten trägst wenn wir uns sehen." Auch schön: „Ich will, dass du immer gut gelaunt bist, wenn wir verabredet sind."

Sie werden erkennen, wie schwer es Ihnen fallen wird, diesen Blödsinn von anderen zu fordern. Der Witz ist, dass Sie es von sich selbst fordern und sich damit gehörig unter Druck setzen, was das Glücklichsein empfindlich erschwert.

Werden Sie sich darüber im Klaren, dass Sie sich mit diesen überzogenen Anforderungen ständig selbst verletzen.
Überlegen Sie sich am Ende der Übung gemeinsam realistische und sinnvolle Anforderungen an sich selbst und Ihren Partner. Der Sinn dieser Übung liegt im Erkennen eines realistischen Selbstbildes und der Fähigkeit sich selbst zu schätzen, auch wenn man feststellt, dass man nicht perfekt ist.

Wenn Sie Ihre Anforderungen an sich und andere herunter schrauben auf ein realistisches Niveau, werden Sie um einiges glücklicher werden.

Es ist gut möglich, dass Sie bei dieser Übung viel lachen werden... Genau. Lachen macht glücklich - und genau das wünsche ich Ihnen. 

 

Thomas Pfitzer



Dienstag, 19. August 2014

2 Sprüche



das wichtigste aus der Glücksforschung Teil 4/5

Positive Emotionen lassen sich verstärken und aus dem Unterbewusstsein mehr ins Wach-Bewusstsein verlagern, sodass sie unser Glücksempfinden steigern. Die gute Emotion wird uns bewusster, überlagert negative Gefühle aus der Vergangenheit und fokussiert uns auf das Jetzt. Wir lernen das Jetzt mehr zu genießen und werden dadurch glücklicher.
Wir machen uns mit dieser Technik, in abgewandelter Form, die Erkenntnisse aus dem EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) von Dr. Francine Shapiro zu Nutze.

Schritt 1

Setzen Sie sich gerade hin, Beine parallel, Füße fest auf dem Boden. Legen Sie die Hände locker auf die Oberschenkel. Halten Sie den Kopf gerade und den Blick gerade aus.
Schließen Sie nun die Augen und rufen Sie eine positive, glückliche Emotion aus der Vergangenheit auf. Rufen Sie auch die mit dieser Emotion einhergehenden körperlichen Empfindungen auf und steigern Sie dieses angenehme Körpergefühl. Intensivieren Sie diese Bilder vor Ihrem geistigen Auge, lassen Sie die Farben leuchten. Wenn Sie das Gefühl ganz deutlich spüren, beginnen Sie damit dieses Bild mitsamt den Emotionen und Körpergefühlen einzuatmen.
Stellen Sie sich vor Sie könnten diese Emotion einatmen wie eine Energie, die sich mit jedem Atemzug mehr und mehr in Ihrem Körper verteilt. Machen Sie ca. 20 bewusste, intensive Atemzüge.

Schritt 2

Jetzt beginnt der zweite Teil der Übung:
Öffnen Sie nun die Augen und beschreiben Sie mit Ihren Augen eine liegende Acht. Der Kopf bleibt gerade und bewegt sich nicht mit. Achten Sie darauf, dass die Bewegung an der sich überkreuzenden Stelle nach oben zeigt.
Machen Sie diese liegende Acht langsam und bewusst. Nutzen Sie den vollen Radius Ihrer Augenbewegung und bleiben Sie bei der Konzentration auf Ihrem guten Gefühl. Geniessen Sie es.
Beschreiben Sie die Form etwa 20-30 mal mit den Augen. Sie können die Technik mehrmals am Tag, auch mit verschiedenen Emotionen anwenden.
Diese Technik sorgt dafür, dass positive Emotionen, Selbstvertrauen und angenehme Gefühle verstärkt werden.

Am besten auch dann üben, wenn …

Machen Sie diese Übung besonders dann, wenn es Ihnen gerade GUT geht! Dann wirkt Sie umso intensiver und erhält dieses Gefühl länger. Sie können dann in schwierigen Situationen leichter auf diese positive Emotion zurückgreifen und sich dadurch schneller und leichter aus dem Tal herausziehen.
Diese Übung erhöht bei regelmäßiger Anwendung Ihr Glücks-Level und verhindert dadurch, dass negative Gedanken und Emotionen die Oberhand gewinnen. Sie bleiben positiv und konzentriert und finden deshalb immer eine gute Lösung für das Problem.
Es sind die negativen Gedanken und Gefühle, die uns an Problemen scheitern lassen – nicht unser Mangel an Ressourcen. Davon haben wir genug. Wir können nur nicht darauf zugreifen.
Liebe Grüße
Thomas Pfitzer

Samstag, 28. Juni 2014

Das Wichtigste aus der Glücksforschung Teil 3 von 5

Das Wichtigste aus der Glücksforschung Teil 3

Glückstechnik – Positive Gedanken erhalten


Die Techniken, die ich hier beschreibe, sind nur eine kleine Auswahl. Sehr intensive Techniken kommen aus dem NLP, dem EMDR und der Hypnose und lassen sich nicht allein bewerkstelligen.

Glücklich sein ist auf Dauer ein sehr schwieriges Unterfangen, da unser Gehirn mit dem Ausstoß glückbringender Hormone und Neurotransmitter aufhört, sobald es uns besser geht. Zudem entsteht ein Gewöhnungseffekt und das, was uns kurzzeitig glücklich machte, verliert an Bedeutung.
Das ist auch der Grund, warum Untersuchungen bei Lottogewinnern zeigten, dass diese etwa 3 Monate lang euphorisch waren und nach einem Jahr bereits ihr Glücksempfinden wieder als normal einschätzten. Es ging ihnen genauso gut oder schlecht wie vor dem Lotteriegewinn.

Glücklichsein ist ein Gefühl an dem man kontinuierlich arbeiten muss. Dieser Zustand muss durch Übungen erhalten werden. Unser Gehirn ist leider nicht für das Empfinden dauerhaften Glücks geschaffen. Wir müssen uns ständig neu zum Glück motivieren.

Eine sehr gute und einfache Übung dazu ist die folgende Technik.
Zur Vorbereitung erstellen wir uns einige Listen.

  • Erstellen Sie eine Liste aller Dinge, die Sie gut können.
  • Erstellen Sie eine Liste aller Dinge, die Sie schon erreicht haben.
  • Erstellen Sie eine Liste aller Dinge, die Sie gut an sich finden.
  • Erstellen Sie eine Liste aller Dinge, die andere an Ihnen gut finden.

Schreiben Sie alles auf was Sie können. Alle Fähigkeiten, die Ihnen einfallen. Dazu gehört auch Lesen und Schreiben usw. (bei 2 Millionen Analphabeten in der BRD ist schreiben können nicht alltäglich) Autofahren, gut zuhören können und ähnliches gehören auch dazu. Machen Sie eine vollständige Liste.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Welche Fähigkeiten und Anstrengungen waren nötig um diese Ressourcen, dieses Können zu entwickeln?
  • Welche dieser Ressourcen können Ihnen bei der Bewältigung eines Problems jetzt nützlich sein?
  • Wo haben Sie bei ähnlichen Themen schon bewiesen, dass Sie es können?

Bei der Beantwortung dieser Fragen werden Ihnen weitere Ressourcen einfallen und die ersten positiven, motivierenden Gedanken werden auftauchen. Formen Sie nun die Liste der Fähigkeiten in Sätze um, die mit „Ich bin", „Ich habe" oder „Ich kann" beginnen. Sortieren Sie diese Sätze, bzw. suchen Sie sich die stärksten und mächtigsten aus.
Mit diesen Sätzen können Sie sich nun täglich ein paar Minuten lang selbst motivieren und Ihrem Unterbewusstsein klar machen, dass es einen guten Grund gibt glücklich zu sein. Ihr Unterbewusstsein muss immer wieder daran erinnert werden, was Sie alles können und wozu Sie fähig sind. Das gestärkte Selbstwertgefühl, welches durch diese Übung entsteht, wird Ihnen helfen Ihre Probleme in Zukunft als leicht lösbar zu erkennen. Sie werden sich weniger Sorgen machen und dadurch glücklicher werden.

Klopfen Sie diese Punkte und wiederholen Sie dabei einen Ihrer Sätze.

1 oberhalb, zwischen den Augenbrauen
2 über der Oberlippe
3 zwischen Kinn und Unterlippe
4 Thymusdrüse



Machen Sie pro Satz mindestens drei Durchgänge. Bearbeiten Sie pro Tag mindestens 2-3 Sätze, gerne auch mehr. Dazu benötigen Sie nur wenige Minuten täglich. Der Effekt ist enorm im Vergleich zum Zeitaufwand. Sie können dafür z.B. die Werbepausen im Fernsehen nutzen.

Viel Erfolg und liebe Grüße
Ihr
Thomas Pfitzer

Donnerstag, 12. Juni 2014

Glücksemotionen Teil 2/5

Das Wichtigste aus der Glücksforschung Teil 2


Es gibt einige Tätigkeiten, die unser Glücksempfinden mehr oder weniger stark beeinflussen. Sex steht ganz oben auf der Liste der Glücklichmacher, Arbeit dagegen gehört eher zu den Schlusslichtern. Wer hätte das gedacht?!

Heiraten macht durchschnittlich lediglich zwei Jahre lang glücklich, dann holt uns anscheinend die Realität ein oder wie so oft sorgt der Gewöhnungseffekt für ein starkes Abflachen unserer Bemühungen und wir versuchen den Partner zu ändern. Das ist aber nicht wirklich möglich. Zumindest nicht ohne Folgen.

Eines der erstaunlichsten Ergebnisse: Probanden mit Krebserkrankungen waren mit ihrem Leben nicht unzufriedener als die Gesunden. Liebevolle Beziehungen machen zwar glücklich, aber Patienten, die durch übertriebene Fürsorge ihres Partners in ihrer Krankheit bestärkt wurden, empfanden ihre Schmerzen stärker als Patienten ohne intensive familiäre Betreuung. Hier erkennt man das Gesetz der Fokussierung wieder.

Welche Tipps geben uns Hirnforscher jetzt also mit auf den Weg um glücklicher zu sein?

Herausforderungen meistern: Hürden nicht aus dem Weg gehen, denn es macht glücklich Herausforderungen zu meistern. Wer sich nicht fordert, hat weniger Glücksmomente und weniger Selbstbewusstsein.

Fernseher ausschalten: Fernsehen schadet der guten Laune und macht nicht glücklich. Mit zunehmender Zahl an Fernsehprogrammen nimmt das Wohlbefinden ab.
Sport treiben: Sport – besonders im Freien – ist Gift für die schlechte Laune. Der Körper schüttet bei Bewegung die Glücksstoffe Serotonin und Endorphin aus. Studien belegen, dass ein Waldlauf gegen Niedergeschlagenheit genauso helfen kann wie Psychopharmaka.

Man muss kein Genie sein: Ein hoher IQ macht nicht glücklicher, da klügere Leute zu höheren Erwartungen neigen, was die Lebenszufriedenheit mindert.

Nicht vergleichen: Wer sein Aussehen mit dem anderer vergleicht macht sich unglücklich.
Besonders der Vergleich mit gebotoxten und gelifteten Filmstars und Fotomodellen trägt
nicht zum Glücklichsein bei.

Glaube an etwas: Religiosität oder der Glaube an ein anderes System erzeugt Vertrauen, gibt dem Leben einen höheren Sinn und reduziert das Gefühl von Einsamkeit.

Soziales Engagement: Die Glücksforschung beweist, dass Freiwilligenarbeit und Tätigkeiten in sozialen Organisationen und Hilfswerken glücklich macht.

Weg vom Luxus – hin zu wirklich wichtigen Dingen: Luxus macht genauso wenig glücklich wie Geld. Die Erwartungen zu senken ist daher ein effektiver Weg, die Lebenszufriedenheit zu erhöhen.

Freundschaften pflegen: Soziale Beziehungen tragen wesentlich zur Lebenszufriedenheit bei.

Gemeinsame Weiterentwicklung: Für dauerhafte Zufriedenheit spielen Wachstum bzw. Weiterentwicklung eine wesentliche Rolle. In der Partnerschaft heißt das, eine gemeinsame, in die gleiche Richtung laufende geistige Weiterentwicklung erhöht das Glücksgefühl und festigt die Beziehung.

Welche Freizeitaktivitäten machen glücklich?
Absoluter Spitzenreiter bei den Glücksaktivitäten ist Tanzen, vermutlich durch die Kombination von Bewegung und Körperkontakt. Weitere Aktivitäten, die häufig Glücksgefühle hervorrufen sind: ehrenamtliche Tätigkeiten, Musik machen, religiös oder spirituell aktiv zu sein, sich mit Freunden treffen oder Sport treiben.

Am schlechtesten bei den glückserzeugenden Beschäftigungen schneiden Politik, Ausruhen, Fernsehen und Radio hören ab.

Jeder Mensch hat ein individuelles Motivationsprofil, durch das er sich von anderen unterscheidet. Wenn Sie sich stets bewusst sind, welche Motivatoren Ihnen am wichtigsten sind und Sie sich auf diese konzentrieren, werden Sie am ehesten das sogenannte Werteglück erfahren, das unserem Leben Sinn gibt.

Jeder Mensch hat seine ganz persönliche Glücksformel. Fasst man die Erkenntnisse der Glücksforschung allerdings zusammen, kann man dennoch einige allgemeine Empfehlungen geben, die aber gewiss nicht für jeden Menschen immer Gültigkeit haben:
Beziehungen zu den PASSENDEN Menschen sind wichtig.

Setzen Sie sich realistische und nutzbringende Ziele. Voraussetzung dafür ist die Kenntnis der inneren Werte.

Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. In den westlichen Industrieländern sind die Möglichkeiten, das eigene Leben zu gestalten, fast unbegrenzt. Man garantiert uns schon in der Werbung täglich sofortige Bedürfnisbefriedigung. Als Folge davon entsteht in uns die Unfähigkeit, Freude empfinden oder genießen zu können.
Die Gegenstrategie lautet: Nicht wahllos konsumieren, den Genuss besser kontrollieren, sich auf das Wesentliche konzentrieren, sich der Dauerberieselung durch die Medien und besonders durch die Werbung entziehen.

Fordern Sie sich bei der Arbeit und bei Ihren Freizeitaktivitäten. Das Ausreizen der eigenen Talente und Fähigkeiten führt zu Stolz auf die eigene Leistung und steigert das Selbstwertgefühl.

Üben Sie sich in Gelassenheit. Das ist leichter gesagt als getan, aber Meditationsübungen werden Ihnen dabei helfen. Das Glück lässt sich nicht erzwingen. Verzichten und Aufschieben können, sich nicht unablässig als Nabel der Welt sehen führt zu mehr Glück. Glück bedeutet, nicht von sich selbst besessen zu sein. Nutzen Sie auch die Klopfübung „Auflösen von Blockaden" (http://mymonk.de/wie-man-leid-aufloesen-kann-eine-uebung-v-thomas-pfitzer/) um Gelassenheit zu erreichen, indem Sie Ihre Verkrampftheit, Hektik usw. anerkennen, lieben, auflösen, verzeihen und loslassen.

Genießen Sie den Augenblick. Achtsamkeit und volle Konzentration auf das, was gerade passiert, ganz bei der Sache bleiben, ohne dabei an etwas anderes zu denken erzeugt Glück. Im Zusammenhang mit Glück stößt man immer wieder auf den Begriff Achtsamkeit.

Achtsamkeit macht glücklich


Achtsam sein bedeutet, innere und äußere Vorgänge mit ungeteilter, entspannter Aufmerksamkeit zu beobachten und das ganze Bild aus verschiedenen Perspektiven wertneutral aufzunehmen. Dabei basiert Achtsamkeit auf den folgenden vier Voraussetzungen:

Über-Bewusstheit: Wir verlieren uns nicht in einer Tätigkeit, sondern sind uns bewusst, dass wir etwas Bestimmtes tun.

Konzentrierte, positive Fokussierung: Unsere Wahrnehmung wird nicht beeinträchtigt durch Grübeleien, Zukunftssorgen, negative Vorannahmen, Gefühle oder andere Störungen.

Neutralität: Wir beurteilen oder bewerten nicht. Was wir wahrnehmen wird nicht durch unsere Vorurteile oder Erfahrungen begriffen, sondern als ein neutrales Ereignis registriert. Wir beobachten ohne Gefühle, Wertungen und Befürchtungen einzubeziehen.

Perspektivenwechsel: Wir machen uns jederzeit klar, dass unsere Sichtweise falsch oder unvollständig sein kann. Wir wechseln sofort die Perspektive und betrachten die Situation aus dem Blickwinkel unseres Gegenüber.

Achtsam sind wir nicht, wenn wir mehrere Dinge gleichzeitig oder automatisch und gedankenlos tun. Multitasking ist das Schlimmste was man tun kann. Eingefahrene Gewohnheiten und Lösungswege, die immer nur aus einer Quelle stammen und stets nach dem gleichen Muster verlaufen, entspringen auch nicht dem Zustand der Achtsamkeit.

Wenn wir so handeln und entscheiden, vergeben wir die Chance auf Veränderung. Wir sind nicht wirklich präsent, wenn wir glauben etwas schon zu wissen. Wir handeln dann nur nach den gleichen eingefahrenen und anerzogenen Mustern. Man könnte es Sturheit nennen.

Vermeidungsmotivation – Zielmotivation


Vermeidungsmotivationen wirken im Gehirn des Menschen etwa zehn Mal stärker als die positive Zielmotivationen. Das gilt auch im Bezug auf die Einsparung von Körperenergie.
Die Natur hat das sinnvoll eingerichtet, sonst würde ein Sportler trainieren bis er tot umfällt. Die Vermeidungsmotivation beendet das Training, um uns vor dem Aufbrauchen unserer Energieressourcen zu schützen.

Das Energiesparsystem erledigt somit einen wichtigen Job. Das menschliche Nervensystem ist ein Gleichgewichtssystem aus dem aktiven Sympathikus und dem bremsenden Parasympathikus. Die Beiden werden in unserem Nervensystem immer gleichzeitig betätigt, und das ist für uns lebenswichtig, sonst würden wir mit keiner Tätigkeit aufhören und diese Überaktivität könnte zum Tod führen.
Problematisch ist hier nur die Tatsache, dass wir auch mit absolut sinnvollen Tätigkeiten, wie z.B. der Meditation und Selbstcoachingübungen aufhören, sobald es uns besser geht. Die Vermeidungsmotivation gaukelt uns vor, dass wir aufhören können, da es uns ja jetzt gut geht. Leider geht es uns nur solange gut, solange wir die Übungen regelmäßig machen.
Glücksgefühle müssen immer wieder aufs neue aufgerufen und erarbeitet werden. Sie bleiben leider nicht von allein erhalten. Alles woran sich der Mensch gewöhnt, macht ihn nicht mehr glücklich.

Untersuchungen haben gezeigt: Wer Lebensqualität durch Trainingsmethoden verbessert hat, hörte nach wenigen Wochen wieder damit auf.
Hat sich die Lebensqualität dann wieder verschlechtert, suchten die Testteilnehmer nach neuen Methoden, anstatt ihre bereits bewährten Techniken erneut anzuwenden. Als man sie fragte warum sie eine neue Methode suchen, erklärten sie zur Überraschung der Versuchsleiter, dass die vorherige Technik nicht so richtig funktioniert hätte.

Es ist also von entscheidender Bedeutung die Glückstechniken regelmäßig anzuwenden, da unser Gehirn leider nicht dafür geschaffen ist dauerhafte Glücksgefühle zu erzeugen. Die Vermeidungsmotivation als Energiesparer und der Gewöhnungseffekt versuchen uns vom ständigen Training abzuhalten.

Das ist der Unterschied zu den Stress reduzierenden Übungen. Wenn die Blockade erst einmal gelöst ist, muss die Übung nicht mehr gemacht werden.

So, genug Theorie. Im dritten Teil beginnen wir mit einigen praktischen Übungen. Bis dahin wünsche ich Ihnen alles Gute und eine schöne Zeit. Fragen beantworte ich gerne per Mail.

Ihr

Thomas Pfitzer

Sonntag, 11. Mai 2014

Mehr Glück erleben Teil 1/5

Glücklich sein - Das Wichtigste aus der Glücksforschung Teil 1


Unsere Kultur hat ein Denken etabliert, dass man kurz so zusammenfassen kann: Schöne Lebensumstände machen glücklich. Diese Philosophie haben Menschen entwickelt, die uns etwas verkaufen möchten was angeblich zu unserem Glück beiträgt. Autos, Möbel, teure Reisen, Flachbildfernseher und 99 Programme plus Pay-TV.
Wie Sie gleich erfahren werden, sind das genau die Dinge, die kein Mensch braucht um glücklich zu sein.

Wir machen also unser inneres Glück von den äußeren Umständen abhängig. In Wirklichkeit ist es jedoch umgekehrt. Die Umstände sind von unserem Inneren abhängig, von unserem Denken und unseren Empfindungen.

Wenn Sie Angst haben, dass bestimmte Ereignisse in Ihr Leben treten könnten, werden Sie diese Angst widerspiegeln. Sie fokussieren sich auf Angst einflößende Situationen und nehmen Sie ganz intensiv und bewusst wahr. Sie ziehen damit diese Ereignisse an, die Ihnen erneut Angst machen. Das Gleiche gilt für Ihre Sorgen. Sorgen ziehen Ereignisse an, die Ihnen Grund zur Sorge geben.

Mangeleinstellungen sind besonders schlimm. Auch ein Grund warum „Bestellungen beim Universum" nicht wirklich eine gute Idee sind. Denn Ihre Bestellung entsteht aus einem Mangel. Wenn Sie sich einen Partner wünschen, dann doch nur weil Sie gerade keinen haben und einsam sind. Also ist die Emotion, die hinter Ihrer Bestellung liegt „Einsamkeit." Damit fokussieren Sie sich auf Ihren Mangel und er wird Ihnen dadurch nur noch mehr bewusst. Sie strahlen dann genau diese Einsamkeit aus und wirken dadurch nicht gerade anziehend auf andere.

Besonders tragisch wird es, wenn Sie sich machtlos fühlen. Machtlosigkeit erzeugt die negativsten Realitäten in Ihrem Unterbewusstsein. Wenn Sie das Gefühl der Machtlosigkeit haben, befinden Sie sich in der Opferebene. In dieser Ebene gibt es keine Weiterentwicklung. Sie müssen diese Ebene sofort verlassen, indem Sie sich Situationen vor Augen führen, in denen Sie erfolgreich und wirksam gehandelt haben. Hier haben Sie bewiesen, dass Sie nicht machtlos sind. Übertragen Sie diese Denk- und Handlungsweise auf Ihre Problemsituation und verlassen Sie die Opferebene indem Sie handeln.

Die Emotion der Machtlosigkeit zieht Ereignisse und Umstände an, durch die wir uns erneut machtlos fühlen.

Die nachfolgende kurze Zusammenfassung einiger Ergebnisse aus dem Bereich der Glücksforschung verdeutlicht, dass es nicht einfach ist glücklich zu sein. Es ist etwas an dem wir kontinuierlich arbeiten müssen. Das Glücksempfinden ist leider nicht von Dauer.

Glück entsteht in einem Teil des Gehirns, im limbischen System, das auch das „emotionale Gehirn" genannt wird. Das Glücksgefühl ist individuell und setzt sich daher auch bei jedem Menschen aus einem ganz speziellen Cocktail von Neurotransmittern und Hormonen zusammen.

Wozu ist die Glücksemotion gut?
Das Glücksgefühl fördert die psychische und physische Gesundheit, sowie kognitive Fähigkeiten, Flexibilität und Kreativität. Wir lernen leichter wenn wir glücklich sind und handeln auch moralischer. Glück und das Gefühl der Zufriedenheit begünstigen beruflichen Erfolg, fördern das Engagement im Job und erhöhen die Produktivität. Glücksemotionen optimieren Denk- und Verhaltensweisen und führen zu positiven Wahrnehmungen. Dadurch grübeln wir weniger über Probleme, wodurch wiederum das Erleben von Glück gefördert wird.

Glückliche Menschen haben ein aktiveres leben, was besonders im Alter von großer Bedeutung ist. Glück erzeugt eine höhere Bewusstheit, mehr Sensibilität und Offenheit für die Realität. Glückliche Menschen sind empathischer und sozial engagierter. Glück sorgt für eine positive Ausstrahlung und hat eine identitätsstützende Wirkung auf die gesamte Persönlichkeit.

Alles was Menschen auf dem Sterbebett bedauern, hat mit persönlichem Lebensglück zu tun. Am häufigsten bedauern Sterbende, dass Sie ihr Leben nicht nach ihren eigenen Wünschen, Werten und Zielen gelebt haben, sondern zu sehr nach den Wünschen und Erwartungen anderer.

Hier noch einmal die am häufigsten genannten Versäumnisse, die bei dieser Untersuchung von Menschen im Sterbebett genannt wurden:

  • Ich hätte meine Gefühle besser ausdrücken sollen.
  • Ich hätte mich mehr um meine Freunde kümmern sollen.
  • Ich wünschte ich hätte weniger gearbeitet.
  • Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt.

Anscheinend ist es wohl so, dass man herausfinden muss, wofür das eigene Herz schlägt; ohne Rücksicht auf die Forderungen von Familie und Umwelt.

Erfolg und Glück entstehen durch Leidenschaften, die man auslebt.

Geld allein macht, nach Aussage vieler Glücksforscher nicht glücklich. Ab einem Pro-Kopf-Einkommen von mehr als rund 13.900 Euro hat die Einkommenshöhe keinen entscheidenden Einfluss mehr auf das Glücksempfinden. Nur in sehr armen Ländern sei der Einkommenszuwachs ein maßgeblicher Überlebens- und Glücksfaktor.

Lotteriemillionäre waren einer Studie zufolge drei Monate lang glücklicher als vorher, dann fielen sie wieder auf ihr ursprüngliches Glücksniveau ab und unterschieden sich nicht mehr von Nichtgewinnern. Untersuchungen ergaben, dass Geld durch einen Lottogewinn zu Enttäuschungen führt, da die Erfüllung materieller Wünsche weder Erleichterung noch seelischen Frieden zur Folge hat. Noch nicht einmal das Gefühl von Sicherheit konnte festgestellt werden. Die Angst, das gewonnene Geld durch Inflation, Aktieneinbrüche und ähnliches zu verlieren, stellt sich nach geraumer Zeit ein. Das alles führte bei einigen sogar zu Depressionen.

Fortschritts-paradox ist die Bezeichnung der Forscher für die ständige Suche nach mehr Glück und Wohlstand. Dem Menschen fehlt die Fähigkeit Zufriedenheit aus dem Erreichten zu ziehen. Mit zunehmenden Wohlstand steigt die Erwartungshaltung, was die Fähigkeit Glück zu empfinden verringert.

Unser Glück ist nur in so weit von unseren Lebensumständen abhängig, wie es um unser Überleben geht. Sobald wir alles haben, was wir zum reinen Überleben benötigen, haben wir alle Lebensumstände erreicht, die für das Glücklichsein von AUSSEN erforderlich sind. Alles weitere Glücksempfinden kann nur von innen kommen. Es ist NICHT möglich dauerhaft glücklich zu werden indem man seine Lebensumstände verbessert.

Menschen erleben Glücksgefühle besonders dann, wenn sie nicht bewusst danach streben, das bedeutet, wenn etwas überraschender Weise besser ist als man es erwartet hat. In diesem Moment werden endogene Opioide im Gehirn ausgeschüttet, die das Glücksgefühl erzeugen.
Es ist nicht möglich dauerhaft glücklich zu werden, indem man seine Lebensumstände, wie Wohnung, Job, Gehalt, Hobby, Partner, Auto usw. verbessert. Aus neurologischen Gründen kann dieser Versuch nicht funktionieren, da Glücksempfindungen nur dann von unseren Lebensumständen abhängig ist, wenn es um unser Überleben geht.

Im zweiten Teil geht es weiter mit Tätigkeiten, die unser Glücksempfinden positiv beeinflussen.


Die folgenden 4 Teile zu diesem Thema beinhalten, nach etwas Theorie, 4 Techniken zur Verstärkung der persönlichen Glücksempfindungen. Bis dahin wünsche ich Ihnen eine gute Zeit.

35 mentale Trainingstechniken und eine leicht erlernbare Meditation finden Sie in meinem Buch "Gapra-Meditation - Die besten Techniken für mehr Gelassenheit und Leistung" Synergia Verlag, Darmstadt

Mittwoch, 12. März 2014

Donnerstag, 27. Februar 2014

Freitag, 14. Februar 2014

17 Fragen zur Ursachenfindung und Problemlösung

17 Fragen bis zur Lösung – touch glasses.


Ursachenfindung ist der erste und meines Erachtens beste Schritt zur Problemlösung. Leider meist auch der schwierigste, da unser Unterbewusstsein uns oft einen Streich spielt und wir andere Themen vorschieben, um vom wahren Problem abzulenken. Es scheint als wollten wir manchmal die Wahrheit verschleiern. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass wir so auf das Problem fixiert sind, dass uns eine Lösung schier unmöglich erscheint.

Die nachfolgende Technik kann man allein machen, aber es ist vielleicht hilfreich, sich durch einen Freund oder Coach führen zu lassen.

Touch glasses heißt soviel wie „anstoßen“. Die Fragen sollen das Nachdenken und Reflektieren anregen. Wenn sich unser Unterbewusstsein sträubt die wahre Ursache des Konflikts zu erkennen, hilft die folgende Fragetechnik, dem Kern ein wenig näher zu kommen und ein Ziel zu kreieren, das uns vom Negativdenken wegführt. Ich empfehle, die Antworten unbedingt schriftlich zu beantworten.

Jedes Coaching sollte mit diesen Fragen beginnen, da sie in die Tiefe gehen und den Ursprung des Problems zu Tage führen. Daher nenne ich die Technik „touch glasses“. Sie ist eine Erweiterung des NLP Modells „S.C.O.R.E.“

Wir ermitteln den IST-Zustand und führen auf die emotionale Ebene, da Probleme emotional entstehen und auch so behoben werden müssen – und nicht rational. Wir erhalten als Antwort das Symptom:

  • Was ist das Thema, der problematische IST-Zustand?
  • Wie fühlst Du Dich dabei? (seelisch und körperlich)

Die Antwort auf die folgende Frage führt uns meist zu einem Glaubenssatz, den wir später mit der Glaubenssatzbearbeitung auflösen können. Oft kommt es auch zu Schuldzuweisungen. Dann können wir zu einem späteren Zeitpunkt die Techniken aus dem „Gesetz der Anziehung“ für die Lösung nutzen.

  • Was ist der Grund für Deine jetzige Situation/Emotion?
Schnell verlassen wir jetzt den Problemraum und suchen den Lösungsraum – das Ziel. Was ist die angepeilte Zukunft, die vermisste Emotion, die Sehnsucht, der Wunsch – der SOLL-Zustand. Die direkte Frage nach dem Ziel können viele Menschen meist nicht beantworten, weshalb man sie „verpacken“ muss:

  • Was soll anders werden? Was möchtest Du statt dessen? Wie möchtest Du statt dessen handeln? – (oder direkt: Was ist das Ziel?)

Gehen wir noch einmal kurz in die Ebene der Vision, um POSITIVE Akzente für die Zukunft zu setzen. Die Frage suggeriert, dass eine Lösung möglich ist, was der Mensch, der ein Problem hat, oft gar nicht sehen kann. Des weiteren definiert die Antwort auf diese Frage bereits den gewünschten EMOTIONALEN Ziel-Zustand, was für die Arbeit mit dem Ziel sehr wichtig ist:

  • Woran wirst Du merken, dass Dein Problem gelöst ist?

Danach eine Frage, die in die Vergangenheit führt, aber ohne die sonst übliche negative Sicht. Diese Frage bietet bereits den ersten Lösungsansatz, da erkannt wird, dass es auch anders geht und es bereits früher schon einmal anders war.

  • Wann war es schon einmal anders?
  • Was sind die Ausnahmen zur Problem-Regel?

Um zu verhindern, dass frühere Entscheidungen bereut werden, muss die Vergangenheit mit einer gewissen Wertschätzung betrachtet werden. Alte Entscheidungen wurden aus dem damaligen Wissensstand heraus gefällt und waren für die damalige Situation richtig. Diese Entscheidungen mögen nach heutigem Stand des Wissens falsch sein, dürfen aber nicht dazu genutzt werden uns selbst oder anderen die Schuld zu geben. Schuldzuweisungen führen nie zu einer Lösung, sondern verstärken den Konflikt. Jede Entscheidung hatte einen Sinn, einen Grund bzw. einen positiven Nutzen, der erkannt und gewürdigt werden muss. Ist der Nutzen heute nicht mehr von Belang, heißt das lediglich, dass wir uns weiterentwickelt und dazugelernt haben, was grundsätzlich zu begrüßen ist.

  • Was war der Nutzen, den Du damals aus dieser Entscheidung gezogen hast?
  • Was hast Du aus der Krise gelernt?

Manchmal erkennt man besonders an den letzten beiden Fragen, dass es doch nicht IMMER so schlecht ist und man es eigentlich nur in manchen Situationen ändern will. Bei Verhaltensänderungen stellen wir uns zu Beginn der verändernden Übungen ganz ähnliche Fragen, um zu verhindern, dass wir positive Aspekte eines Verhaltens löschen und überschreiben, die wir eigentlich hin und wieder noch gebrauchen könnten. Deshalb prüfen wir es hier zu Beginn des (Selbst-)Coachings:

  • Was soll so bleiben wie es ist?
  • In welchen Situationen könnte es sinnvoll sein?

Jetzt werfen wir noch einmal einen Blick auf die Gegenwart und prüfen ob sich nicht bereits durch diese Fragen das Problem etwas relativiert, verändert oder an Stärke verloren hat:

  • Wie siehst Du Dein Problem jetzt?
  • Wie fühlst Du Dich jetzt damit?
  • Was hat sich geändert?

Zurück zur Zieldefinition:

  • Wie lautet Dein Ziel jetzt?

Wir ermitteln fehlende Ressourcen:

  • Was brauchst Du um Dein Problem zu lösen? Welche Fähigkeiten?

Der positive Blick in die Zukunft beendet diese Technik. Hier wird die nötige Motivation geschaffen um weiter an sich zu arbeiten.

  • Wie wirst Du Dich fühlen – wie wird es sich anfühlen – wenn Dein Ziel erreicht ist?

Eine Visualisierungsübung hilft an dieser Stelle, das Ziel und die damit verbundenen positiven Emotionen zu verinnerlichen.

Es ist immer ein Ziel, das vom Problem wegführt und uns Energie für die Veränderung gibt. Ein realistisches und erreichbares Ziel, das man sich gut vorstellen kann und positive Emotionen weckt, löst jedes Problem.




Montag, 23. Dezember 2013

über die Qualität erlebter Zeit...

Alles was uns emotional stark bewegt und für uns neu ist, bleibt uns im Gedächtnis. Die Dinge, die wir ständig wiederholen und so zur Routine werden, verblassen in unserem Gehirn. Diese Tatsachen sind bestimmend für unser Zeitgefühl.

Unser Gedächtnis sorgt für die Wahrnehmung von Zeit

Ist nicht viel geschehen innerhalb eines Zeitabschnitts, empfinden wir zwar den Moment als langweilig und haben das Gefühl, dass die Zeit nicht vorübergeht, aber im Nachhinein betrachtet, sagen wir, dass die Zeit schnell verflogen ist. Das kommt daher, weil wir nichts erlebt haben, woran wir uns erinnern können.
Das ist der Grund, warum uns die ersten Urlaubstage an einem neuen Ort „gefühlt“ viel länger vorkommen, als die letzten Urlaubstage. Zu Beginn des Urlaubs ist alles neu und wir müssen uns erst orientieren. Wir probieren viele Dinge aus und sehen uns überall um. Dadurch entstehen viele Erinnerungsteile in unserem Gehirn, die uns später die Empfindung vermitteln, viel erlebt zu haben. Die nachfolgenden Tage sind dann schon wieder mit Routinen gefüllt und erscheinen dadurch im Moment eher langweilig. Rückblickend fehlen hier aber Erinnerungswerte und wir empfinden, dass die Zeit gegen Ende des Urlaubs sehr schnell vergangen ist.
Wenn wir also möchten, dass der Urlaub rückblickend „lang“ war und die Zeit „gefühlt“ langsam verging, müssen wir ständig für neue und ungewohnte Erlebnisse und erinnerungswürdige Momente sorgen. Das Paradoxe daran ist, dass uns dann in diesen Momenten das Gefühl beschleicht, der Tag ginge zu schnell vorbei. Dafür werden wir am Ende unseres Lebens mit dem Gefühl belohnt, ein langes und erfülltes Leben gelebt zu haben.
Genau das Gleiche gilt natürlich nicht nur für die Urlaubszeit. In Beziehungen/ Ehe oder bei Hobbys, im Beruf und in der Freizeit entstehen ganz ähnliche Routinen oder Gedächtnismomente.
Die Gewohnheit unserer Handlungen lässt uns mit zunehmendem Alter Sätze sagen wie: „Das letzte Jahr ging verdammt schnell vorbei.“
Sollten Sie sich bei einer solchen Aussage ertappen, wird es Zeit für gedächtnisintensive Highlights zu sorgen.
Je mehr Erlebnisse wir unserer Erinnerung hinzufügen, desto länger kommt uns eine Zeitspanne vor. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine positive oder negative Erinnerung handelt. Ein ordentlicher Streit mit dem Partner, der in eine Versöhnung übergeht, ist sicherlich gedächtnisreicher als 150 harmonische Fernsehabende.
Mit zunehmendem Alter neigen wir Menschen leider dazu weniger offen zu sein für neue und ungewöhnliche Erlebnisse. Daher „vergeht“ unser Leben immer schneller – es gibt immer weniger Erinnerungsmomente im Gehirn, die uns das Gefühl geben „eine lange Zeit“ gelebt zu haben.

Was kann man tun?

Alles! – Jede Änderung Ihrer Routinen führt zu Gedächtnismomenten. Genau hier liegt aber das Problem, denn der Mensch ist oftmals ein Gewohnheitstier und scheut das Risiko des Unbekannten. Fangen Sie mit Kleinigkeiten an und steigern Sie sich langsam.
  •  Neue Spazierwege
  •  Nicht immer ins Stammlokal
  •  Öfter mal etwas unbekanntes essen
  •  Urlaubsorte wechseln
  •  Fitnesstudio wechseln
  •  Kleidungsstil verändern (Frisur, Makeup)
  •  Neuer Einrichtungsstil
  •  Vielleicht ein neues Hobby, ein neuer Verein?
  •  Eine Weiterbildung, ein Wochenendlehrgang
  •  und vieles mehr…
Durchforsten Sie Ihr Leben nach Routinen und fragen Sie sich, ob Abwechslung wirklich schaden könnte.
So wird Ihr Gedächtnis überquellen mit Erinnerungen an gute, schlechte, wilde und verrückte Erlebnisse und Ihnen das Gefühl eines ereignisreichen Lebens geben. Und denken Sie daran: auch das Scheitern ist ein Gedächtnismoment und kann (wenn auch erst Jahre später) für witzigen Erzählstoff sorgen.
Wer sich mit diesem Thema näher befassen möchte, findet im Buch „Gefühlte Zeit“ von M. Wittman (Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg), bestimmt einige gute Denkanstöße.

Dienstag, 10. Dezember 2013

Yin und Yang


Yin und Yang

Eine Definition des Yin-Yang-Symbols ist schwierig, da es in der klassischen Literatur zur Beschreibung unterschiedlicher Dinge herangezogen wird.
Eine sehr allgemeine Sinnerklärung findet man bei Roger T. Ames: „Yin und Yang sind Terme um die gegensätzliche Beziehung zwischen zwei oder mehr Dingen auszudrücken.“

Hier nun meine Deutung eines Symbols, das einem zwar oft begegnet, aber meist nur vereinfacht mit “Das weibliche und männliche Prinzip“ erklärt wird.

Bei Yin-Yang handelt es sich um ein Symbol der Dualität, das zwar gegensätzliche aber dennoch untrennbar miteinander verwobene Systeme beschreibt, die sich gegenseitig beeinflussen und voneinander abhängig sind. Das Eine kann nicht ohne das Andere existieren. Eine reine Reduzierung auf das männlich-weibliche Prinzip wird dem Symbol genauso wenig gerecht, wie jede andere Reduzierung auf eine einzige Polarität wie z.B. gut-böse, warm-kalt usw.
Yin-Yang ist ein Symbol der Polarität, das für ALLE Polaritäten herangezogen werden kann. Es besagt, dass es nichts ohne das Gegenteil desselben gibt. Es gibt das Gute nicht ohne das Böse – genauso wenig wie es kalt ohne warm geben kann. Alle Gegensätze sind im Ganzen, dem großen äußeren Kreis, vereint. Der große Kreis kann sowohl das Universum, die Erde, die Pflanzen- und Tierwelt, als auch den Menschen bzw. seine Persönlichkeit, seinen seelischen Zustand und Charakter symbolisieren.
Keines der beiden großen Felder darf die Übermacht gewinnen, denn das würde die Unterdrückung eines anderen Bereiches bedeuten. Unterdrückung, Leugnung oder Missachtung führt aber immer zu Widerstand und einem (inneren) Kampf, der sich auch als Krankheitssymptom zeigen kann. Leugnung einer Polarität führt dazu, dass dieser Teil unbeobachtet im geheimen wachsen kann und uns, auf oft unliebsame Weise, überrascht.
Wer z.B. die Natürlichkeit der Sexualität leugnet und sie unterdrückt, wird eines Tages von diesem Schatten eingeholt werden. Die katholische Kirche kann ein Lied davon singen. Sicherlich führt auch das Leugnen eigener (charakterlicher) Schwächen nicht zu einer Weiterentwicklung der Persönlichkeit.
Ein gutes Beispiel für eine Polarität im menschlichen Charakter finden wir fast alle in uns. Nennen wir es das fleißig-faul-Prinzip. An diesem Beispiel wird es am besten deutlich, wie wichtig der Ausgleich beider Pole ist. Zu sehr „fleißig“ führt zum Herzinfarkt und Burnout; zu sehr „faul“ führt in die Pleite.
Wer die natürliche Existenz seiner Extreme anerkennt und sie somit im harmonischen Ausgleich hält, hat gute Chancen auf ein glückliches und gesundes Leben. Sich über die eigenen Schwächen zu ärgern, verstärkt diese nur, da sich unser Unterbewusstsein auf sie fokussiert und unsere Selbstakzeptanz boykottiert. Eine Übung zum Auflösen widriger Verhaltensmuster finden Sie hier.
Yin-Yang könnte also als ein Symbol des Ausgleichs von Gegensätzen, die zu innerer Harmonie führen, gewertet werden.

Was bedeutet es jetzt aber zum Beispiel in Bezug auf die Natur und die Erde?

Die Polarität ist eines der 5 universalen Naturgesetze und hat besonders auch in der Tier- und Pflanzenwelt ihre Gültigkeit (siehe Artikel zu den 5 Universalgesetzen). Die Natur ist immer um Ausgleich bemüht. Stirbt eine Lebensform aus, weil sie sich nicht schnell genug an veränderte Lebensbedingungen anpassen konnte, wird eine andere Spezies ihren Platz einnehmen. Alle genetischen Veränderungen sind die Folge von Anpassung. Nicht der Starke überlebt, sondern der Anpassungsfähige, der die Lücke im biologischen Haushalt ausfüllt. Wird der biologische Haushalt, beispielsweise durch Übervölkerung, zu stark strapaziert, hat das Konsequenzen, denn der Ausgleich muss immer gewahrt bleiben.
So wird das zunehmende Bevölkerungswachstum der Menschheit Folgen haben. Monokulturen, Überdüngung, Pestizide, Genmanipulation und Geldgier werden zwangsläufig zu einer Verschlechterung der Nahrungsmittelqualität führen. Man darf davon ausgehen, dass sich unser Körper auf Dauer nicht so schnell anpassen kann, wie wir uns vergiften. Wie der neuste Lebensmittelskandal aus Niedersachsen zeigt, besteht die moderne Geflügelwurst bereits aus 3 Teilen Frischfleisch und einem Teil grünem Fleisch.
Spätestens beim Mischungsverhältnis 1:1 wird eine natürliche Reduktion stattfinden. Man möge mir meinen Zynismus verzeihen.

Was bedeutet der weiße Punkt im schwarzen Feld und der schwarze Punkt in der weißen Hälfte?

Kennen Sie den Ausspruch „Jede Gefälligkeit rächt sich?“. Das trifft es recht genau. Man kann nichts Gutes tun, ohne nicht doch an irgendeiner Stelle als Folge dieser Handlung, nicht auch etwas Schlechtes bewirkt zu haben. Denn das, was für uns „gut“ sein mag, wird von anderen Menschen als „negativ“ gewertet. Zudem können wir unmöglich alle Folgen unserer Handlungen richtig einschätzen. Jedes Handeln und jedes Nichthandeln wird gute und schlechte Ereignisse nach sich ziehen – irgendwann und irgendwo – von uns unbemerkt und ungewollt. Nichts ist NUR gut oder NUR böse. Alles liegt im Auge des Betrachters und entzieht sich, auf Grund seiner „Langzeitwirkung“, unserer Kenntnis. Wir glauben nur „gut“ zu handeln.
 
Auch das augenscheinlich Böse, wird für so manche Menschen durchaus positive Folgen haben – schließlich gibt es immer einige die am Krieg und der steigenden Nachfrage an Waffen und Munition verdienen. „Des einen Freud, des anderen Leid“ – noch ein Spruch, der die Polarität aller Dinge deutlich macht.
So kann ein Gewinn nur entstehen, wenn irgendwo jemand etwas in gleicher Höhe verliert – das gilt nicht nur für die Börse. Die Freiheit der einen Gruppe, führt zur Unterdrückung einer anderen.
Selbst die Liebe, dieser von Engelsanbetern gern als Allheilmittel gepriesene euphorische Glückszustand, hat seine dunklen Seiten. Liebe kann erdrücken, manipulieren, blind machen für die Realität und erpressen.
Wenn dir einer auf die linke Wange schlägt, halte ihm die rechte hin. Wer kennt den Spruch nicht? Glauben Sie wirklich, dass diese Handlungsweise NUR zum Guten führt? Wenn dem Schläger mit einem gezielten Tritt auf die Kniescheibe Einhalt geboten wird, könnte diese Handlung doch zu einem Lerneffekt führen, der weitere Aggressionen verhindert, da er erkennt, dass er sich eben NICHT alles erlauben kann. Lässt man ihn gewähren, könnte er so weiter machen und irgendwann einmal an einen Menschen geraten, der ihm als Antwort das Messer in den Bauch sticht. Wäre dann der Tritt ans Schienbein nicht die „gute“ Variante gewesen? Wir können nicht wirklich wissen, welche positiven und negativen Effekte unser Handeln hat und müssen uns immer bewusst sein, dass es Polaritäten geben wird.

Was hat das nun mit Gammelfleisch in der Geflügelwurst zu tun?

Nun, das Gute daran ist, dass man ihn erwischt hat beim Mischungsverhältnis 3:1. So können wir vielleicht das Mischungsverhältnis 1:1 noch abwenden und erkennen, dass Geiz nicht zwangsläufig immer geil sein muss. Eventuell hat so mancher auch die Erkenntnis gewonnen, dass die strengen deutschen Richtlinien genauso unterwandert werden können, wie man den „Made in Germany – Aufkleber“ fälschen kann. Ein wenig weniger Naivität kann ja nicht schaden.
So wird aus dem aufgehübschten Werbeslogan „Das Gute daran ist das Gute darin“, die nüchterne Wahrheit „Das Gute daran ist die Erkenntnis daraus“.
Liebe Grüße und weiterhin einen guten Appetit ;-)