Mittwoch, 20. November 2013

Technik zum Auflösen von Konflikten

Konfliktpartner besser verstehen und eigenes Verhalten anpassen


Diese Übung hilft Ihnen Ihre Konfliktpartner besser zu verstehen. Sie lernen mit dieser Technik kleine Feinheiten in Mimik, Gestik und Wortwahl besser einzuschätzen. Dadurch können Missverständnisse aufgedeckt und eigene, unklare Verhaltensweisen erkannt werden.

Welcher Person bringen Sie uneingeschränktes Vertrauen entgegen? Auf wessen Meinung würden Sie sich zu jeder Zeit verlassen? Wählen Sie eine Person aus. Es kann auch ein bereits verstorbener Mensch sein oder eine Person, der Sie nie begegnet sind. Von Jesus über Plato, bis hin zu Ihrem Universitätsprofessor, ist jede Person möglich. Nennen wir diesen Menschen Mediator. Der Mediator ist in unserem Fall gleichzusetzen mit einem unparteiischen, neutralen Schlichter bzw. Beobachter.

Beginnen Sie in Ihrer Meditation sich die Situation vorzustellen, zu der Sie gerne nähere Informationen hätten. Dabei bleiben Sie ganz bewusst zu Beginn in sich, dh. Sie beobachten Ihren Gegenüber. Versuchen Sie seine Körperhaltung und seine Mimik zu erkennen und zu analysieren.

Was strahlt er aus?
Wie fühlen Sie sich dabei?
Analysieren Sie Wortwahl und Tonfall. Hören Sie die Worte Ihres Gegenüber.
War es genau das, was er aussagen wollte?
Erkennen Sie Diskrepanzen zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation bei Ihrem Gesprächspartner?

Als nächstes wechseln Sie die Position. Übernehmen Sie die Rolle Ihres Konfliktpartners. Versetzen Sie sich ganz in seine Situation. Stellen Sie sich vor, Sie wären er. Sie werden erstaunt sein wie einfach das ist.
Sie sehen jetzt in Ihrer Meditation sich selbst vor sich. Sie sind im Körper des Gesprächspartners und beobachten nun die Mimik und Körperhaltung, die Sie selbst während des Gesprächs eingenommen hatten. Stellen Sie sich jetzt die gleichen Fragen, wie vor dem Perspektivenwechsel.
Lassen Sie sich Zeit und nehmen Sie die Eindrücke in Ruhe in sich auf.

Bei der nächsten Positionsänderung, versetzen Sie sich in die Person des Mediators. Übernehmen Sie ganz die Rolle des neutralen Beobachters und lassen Sie den Film nun aus dieser Perspektive ablaufen. Beobachten Sie beide Kontrahenten und lassen Sie Worte, Tonfall, Gestik und Mimik auf Sich wirken.

In dieser neutralen, fast schon allwissenden Position haben Sie den vollen Überblick und erkennen die Fehler, die von beiden Kontrahenten gemacht wurden. Finden Sie die Veränderungen des Verhaltens bei sich, die nötig gewesen wären um die Eskalation zu vermeiden.

Visualisieren Sie aus der Position des Mediators bei sich selbst ein neues Verhalten und beobachten Sie die Veränderung bei Ihrem Gesprächspartner. Verändern Sie Ihr Verhalten so lange, bis Sie mit dem daraus resultierenden Ergebnis bzw. Ablauf des Gespräches zufrieden sind. Sie haben jetzt, ähnlich einem Regisseur, dem Schauspieler (also Ihnen) solange Anweisungen gegeben, bis Ihr Verhalten hollywoodreif war.

Wechseln Sie jetzt erneut die Position und nehmen wieder Ihr eigenes visualisiertes Ich ein. Wie gefallen Ihnen die Veränderungen an Ihrer Ausstrahlung, die erwirkt wurden durch eine veränderte Körperhaltung, verbesserte Sprache und angemessene Mimik? Sind Sie damit einverstanden und erkennen Sie die daraus entstehenden besseren Resultate als nützlich an?

Dann betrachten Sie noch einmal die veränderte Situation aus den Augen Ihres Konfliktpartners. Hat auch er einen Gewinn aus dieser Veränderung?
Achten Sie darauf, dass beide beteiligten Personen gewinnen. Es nützt nichts, sich so zu verändern, dass Sie als alleiniger Sieger aus dem Gespräch hervor gehen. Nur wenn Ihr neues Verhalten zu einem Vorteil für beide Seiten führt, ist Ihr Verhalten nutzbringend und führt beim nächsten Aufeinandertreffen zur Deeskalation.

Wechseln Sie noch einmal die Position und gehen Sie erneut ins Ich. Stellen Sie sich jetzt ein neues, positiv verlaufendes Gespräch vor. Genießen Sie den harmonischen und erfolgreichen Verlauf und freuen Sie sich auf das kommende, stressfreie Zusammentreffen.

Sie haben soeben nicht nur Ihren Gesprächspartner besser kennen gelernt, sondern gleich noch ein neues Verhalten, eine neue Persönlichkeit in sich integriert.

Eventuell muss diese Übung mehrfach wiederholt werden (21 Tage, täglich einmal), damit sich das neue Verhaltensmuster im Unterbewusstsein festsetzt.


Dienstag, 24. September 2013

3 Fragen, die man sich immer stellen sollte

Diese Geschichte wird dem Sokrates zugeschrieben, was aber nicht wirklich bewiesen ist. Es könnte auch jeder andere Denker oder Philosoph gewesen sein – es spielt keine Rolle.
Eines Tages näherte sich ein Bekannter dem großen Denker Sokrates.
"Weißt du, was ich gerade über einen deiner Freunde hörte?", fragte er.
"Warte!", sagte Sokrates. "Bevor du mir irgendetwas sagst, will ich mit dir einen kleinen Test machen. Ihn nenne ihn die drei Siebe".

"Drei Siebe?", fragte der Mann verwundert.

"Ja", sagte Sokrates, "Lass uns sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht:
Das erste Sieb ist die Wahrheit: Bist du dir wirklich sicher, dass das, was du mir erzählen willst, wahr ist?"

"Nein", sagte der Mann, "ich habe es auch bloß gehört und wollte es dir einfach weitergeben."

"Okay", sagte Sokrates. "Du weißt also nicht, ob es wirklich wahr ist. Lass uns sehen, ob es immerhin durch das zweite Sieb hindurchgeht, das der Güte. Ist das, was du mir über meinen Freund sagen willst, etwas Gutes?"

"Nein, im Gegenteil", sagte zögernd der Mann, "es ist etwas ganz Schlechtes".


„Du kannst den Test immer noch bestehen, denn es gibt noch ein drittes Sieb, das des Nutzens: Ist das, was du mir über meinen Freund erzählen willst, für mich nützlich?"


"Nein, nicht wirklich", gab der Mann kleinlaut zu.
"Also", sagte lächelnd der Weise, "wenn es weder wahr, noch gut, noch nützlich ist, so lass es ruhig begraben sein und belaste dich und mich nicht damit".
So weit die Geschichte der „drei Siebe“. Bevor Sie sich also mit einem Thema befassen, sollte es zumindest EINE bejahende Antwort auf eine der Fragen geben. Die drei Fragen lauten:
  • Ist es wirklich wahr – kann ich es wirklich wissen?
  • Ist es etwas Positives – etwas, was mich aufbaut und mir Kraft gibt?
  • Ist es nützlich – kann ich etwas daraus lernen?
Der Mensch manipuliert ständig – bewusst oder unbewusst – und wir sind diesen Manipulationen ausgesetzt. Wir haben nur eine Chance uns dagegen zu wehren und uns nicht beeinflussen zu lassen: Wir müssen bewusst sein! (Lesen Sie hierzu auch: Wie leicht wir uns manipulieren lassen – Teil 1 und Teil 2)
Übertragen Sie dieses 3-Fragen-System nicht nur auf Erzählungen Ihrer Mitmenschen, sondern auch auf das, was Sie in Zeitschriften lesen, im Fernsehen sehen und im Radio hören.
Fragen Sie sich immer: Wem nutzt es?
Nutzt es einer politischen Richtung, einer religiösen Idee, einer Gruppe Lobbyisten? Glauben Sie tatsächlich, das alles wahr ist, was die Medien berichten? Die Medien sind im Besitz derer, denen auch die anderen Unternehmen gehören, denn Zeitschriften, Fernseh- und Rundfunkgesellschaften SIND Unternehmen. Sie berichten nur das, was ihnen nützt.
Böse Zungen behaupten sogar, dass ihnen auch die Politiker gehören – aber lassen wir das – denn:
  1. Wir können es nicht wirklich wissen – siehe Frage 1
  2. Es ist wirklich nicht gerade positiv – siehe Frage 2
  3. Es nützt mir nichts, es zu wissen – siehe Frage 3. Es sei denn, Sie möchten in die Politik gehen. Aber selbst dann ist es wohl so, dass Sie die Korruption noch lernen werden. Die Gehirnforschung hat in Versuchen nachgewiesen, dass Macht tatsächlich korrumpiert. Man hat das sowohl in Laborversuchen, als auch im Feldversuch gezeigt.
Nun haben Sie zumindest für Frage 3 eine positive Antwort erhalten. Sie haben gelernt, dass es für den Menschen „normal“ ist, sich korrumpieren zu lassen, wenn er eine Machtposition erlangt. Mit dieser Information könnten Sie nun beginnen denen zu verzeihen, die korrupt sind, denn Sie wären es auch, wenn Sie sich für die politische Macht als beruflichen Weg entschieden hätten.
Seien Sie dankbar und glücklich, dass Sie einen anderen Weg gewählt haben. Für die Politiker unter uns: Es ist immer Zeit für Veränderung…

Wenn wir uns die Fragen nach Wahrheit, Güte und Nutzen stellen, werden wir uns vor manipulativen Aussagen, die uns zudem noch die Laune verderben können, schützen. Unsere Gedanken bleiben unbelastet und wir haben mehr Zeit und Energie, um uns auf unsere positiven Ziele zu konzentrieren.

Montag, 26. August 2013

Dienstag, 13. August 2013

Selbsteinschätzung - der erfolgreiche Selbstüberschätzer

Der Erfolg der notorischen Selbstüberschätzer

Gönnen Sie sich eine eigene Meinung? Halten Sie sich für einen selbständig denkenden Menschen – unbeeinflusst von der Macht der Masse? Kämpfen Sie für Ihre Anschauungen und Werte, auch unter schwierigen Umständen?

Die meisten werden mit ja antworten und spiegeln so ein Selbstbild, das leider nur selten der Realität entspricht. Der Mensch ist wohl eher ein Herdentier – zumindest, wenn man den Forschungsergebnissen einiger Psychologen und Hirnforscher glauben schenkt. Die fanden heraus, dass es den Menschen von Natur aus schwer fällt, eigenständige Entscheidungen zu treffen und dafür dann auch gerade zu stehen.

Hochautonome und Niedrigautonome – Widerständler und Mitläufer

Testpersonen wurden befragt, ob sie sich für autonom oder eher für angepasst hielten und teilten die Teilnehmer in diese beiden Gruppen auf.

Im Praxistest sollte sich nun zeigen, ob das Verhalten der Selbsteinschätzung entsprach. Die wenig beeinflussbaren Probanden waren die „Hochautonomen“, die nach eigener Selbsteinschätzung eher beeinflussbaren, nannte man die „Niedrigautonomen“.

Es wurden unterschiedliche Versuche gemacht, bei denen es immer darum ging, in wie weit Manipulationsversuche Wirkung zeigten und die Antworten der Teilnehmer beeinflussten. Manipuliert wurde durch gefälschte Statistiken, Zeitungsartikel und angebliche Aussagen von Fachleuten usw.

Das Ergebnis war mehr als überraschend. Ausgerechnet die Person, die sich bei der Befragung als sehr beeinflussbar und keineswegs autonom eingeschätzt hatte, lies sich am wenigsten durch Fremdaussagen und Falschinformationen von ihrer Meinung abbringen.
Die angeblich „Hochautonomen“ hingegen, passten sich in ihren Aussagen viel häufiger der Mehrheitsmeinung an, selbst wenn diese eindeutig falsch war, als die Personen aus der Gruppe der „Niedrigautonomen“.

Da sich der Mensch unter normalen Umständen nicht in einem manipulierten psychologischen Szenario befindet, ist es durchaus hilfreich und verständlich, dass wir uns in unseren Entscheidungen von den Erfahrungen der Masse leiten lassen. Die Frage ist nur, woher kommt die Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und Realität?

Auch bei Untersuchungen zum Thema Werbung zeigte sich, wie sehr wir Menschen uns von angeblichen Trends manipulieren lassen, aber dennoch glauben, wir würden uns unsere Meinung selbst und durch intensives Nachdenken bilden.

Magersucht ist ein ganz anderes Thema, bietet aber einen wichtigen Hinweis auf den Einfluss von Hirnarealen, in Bezug auf unsere Selbstwahrnehmung.
Eine Studie der Uni Bochum (http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2013/pm00019.hhtml.de) hat nachgewiesen, dass es Unterschiede im Gehirn magersüchtiger und gesunder Frauen gibt. Demnach leiden magersüchtige Frauen an einem "Verbindungsfehler" zwischen zwei Hirnregionen, die für die Verarbeitung von Körperbildern zuständig sind. Als Folge nehmen sich magersüchtige Frauen als dick war, obwohl sie objektiv untergewichtig sind. Das ist auch eine Form der falschen Selbsteinschätzung, erklärt aber nur das Phänomen der Magersucht, da es sich um einen Defekt in einer ganz bestimmten Gehirnregion handelt, die nur die Körperwahrnehmung abbildet [„fusiform body area" (FBA) und der „extrastriate body area“ (EBA)].

Das Gefühl etwas besonderes bzw. besser zu sein als andere, entsteht im sogenannten sensomotorischen Striatum und der Dopaminspiegel spielt hierbei eine große Rolle. Der Anteriore Cinguläre Cortex (ACC) wiederum, hat im Gehirn die Aufgabe, durch Hemmung den Größenwahn zu verhindern. Ist die Verbindung zwischen diesen beiden Gehirnarealen gestört, kommt es zu Selbstüberschätzungen.

Sollten Sie sich demnächst einmal dabei erwischen, dass Sie sich für den besseren Präsidenten halten und unter Ihnen die Welt eine gerechtere wäre, seien Sie nicht traurig. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein zu stark wirkender ACC zu depressivem Verhalten führt. Bei schwer depressiven Menschen wurde nachgewiesen, dass durch eine Störung im Dopaminhaushalt das sensomotorische Striatum kein „ich-bin-toll–Gefühl“ entstehen lassen kann. Wenn Sie also die Wahl haben zwischen Selbstüberschätzung und Depression, dann nehmen Sie das Erstere, aber behalten Sie es bloß für sich! Die Selbstüberschätzer sind zwar oft erfolgreich, aber haben wenig Sympathien beim Rest der Menschheit.

Der Erfolg der notorischen Selbstüberschätzer hängt meines Erachtens damit zusammen, dass ihr selbstbewusstes und siegessicheres Auftreten den Gegner blufft und dieser oft kampflos aufgibt. Würden wir uns nicht bluffen lassen, gäbe es vielleicht bald keine „Nieten in Nadelstreifen“ mehr.
Ein weiterer Grund liegt in der Fähigkeit des Selbstüberschätzers sich auf „Sieg“ zu fokussieren. Da er realitätsfremd denkt und dementsprechend auch handelt, ist ihm „verlieren“ oder „scheitern“ ein Fremdwort. Wer so auf Sieg fokussiert ist, hat weitaus größere Chancen seine Ziele zu erreichen, als ein Mensch mit realistischer Selbsteinschätzung, denn dieser erkennt Fallstricke und Schwächen der eigenen Person und agiert daher oft zu vorsichtig bzw. gar nicht oder zu langsam.

Falls Sie jetzt dazu neigen sollten, sich eine gewisse Portion Selbstüberschätzung anzutrainieren, bedenken Sie bitte, dass jedes Ziel einen Preis hat. Fragen Sie sich, ob Sie diesen Preis bezahlen wollen. Besser ist es vielleicht, sich nicht mehr von Selbstüberschätzern bluffen zu lassen und ihnen die Stirn zu bieten, damit der Spruch: „Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln“, bald der Vergangenheit angehört.

Liebe Grüße

Thomas Pfitzer

Montag, 15. Juli 2013

Übung zum auflösen von Leid und hinderlichen Handlungsmustern

Wie man das Leid auflöst.

Benennen Sie Ihr Leid. Ist es Liebeskummer, Heimweh, Unbeherrschtheit, Zorn, Eifersucht oder Neid? Egal was es ist, genauer betrachtet sind es immer Emotionen, die uns Kummer machen. Besonders die Emotionen, die sich heimlich an unserem Wachbewusstsein vorbei schleichen und getriggert durch einen Auslöser von Außen, aus dem Unterbewusstsein ausbrechen und uns komplett überrollen. Am Schluss stehen wir da, haben uns schlimmstenfalls noch unendlich blamiert und ärgern uns darüber, dass wir uns haben ärgern lassen.

Verdrängen, leugnen und Sätze sagen wie: „Kann man nix machen, ich bin halt so“, sind äußerst kontraproduktiv. Seien Sie sich sicher, dass der nächste Trigger (Auslöser) kommt, wie das Amen in der Kirche. Sie können sich gerne 10mal sagen, dass Ihnen das beim nächsten Mal nicht mehr passiert, aber es wird nicht funktionieren. Die Gehirnforschung fand heraus, dass es ca. 0,3 Sekunden dauert, bis dem Auslöser eine Handlung Ihrerseits folgt. Gesteuert wird das durch den Ausstoß von Neurotransmittern im Gehirn. Diese Botenstoffe stimulieren Ihr Stammhirn, das sofort eine körperliche Reaktion hervorruft. Das alles läuft unbewusst ab, denn es sind Automatismen, die sich im Laufe der Kindheit gebildet haben und durch Wiederholung verstärkt wurden. Eine Reaktionszeit von 0,3 Sekunden genügt unserem Wachbewusstsein nicht, entsprechende Gegenmaßnahmen zu kreieren. Sie reagieren einfach – panisch, zornig, ängstlich, traurig – wie auch immer.

Wir müssen nun unser Unterbewusstsein dazu bekommen, diesen Automatismus zu löschen, genauer gesagt, den Ausstoß an Neurotransmittern zu verhindern. Das tut man dadurch, dass man seine Reaktionen (Emotionen) anerkennt, liebt, sich selbst trotz dieser Wesensart respektiert und dankbar annimmt und letztendlich durch die Annahme auflöst. Wir bringen unsere Wesensart vom Schatten ins Licht – vom Unterbewusstsein ins Wachbewusstsein – und machen sie uns so BEWUSST. Wir leugnen nicht mehr und bekämpfen auch nichts. Wir akzeptieren und respektieren. Wir nehmen es als Teil unseres Wesens und unseres Lebens hin.

Die Klopfpunkte stammen aus der chinesischen Akupunktur und sollen die Blockaden lösen. Ob in Wahrheit nur die laut gesprochenen Affirmationen die Wirkung hervorbringen, kann man nicht mit Sicherheit sagen. Es ist ein Ritual, bei dem man sich mit seinem Unterbewusstsein und besonders mit den unliebsamen Teilen desselben befasst. Darum geht es – nicht mehr und nicht weniger.
Still sitzen, nachdenken, fühlen und seine innersten Emotionen ergründen. Das mag unangenehm werden, aber der Erfolg heiligt die Mittel.

Die Übung muss für jede Emotion 21 mal, sprich 21 Tage in Folge, gemacht werden. Da die Technik nur wenige Minuten an Zeit benötigt, ist der Aufwand gering im Vergleich zum Nutzen.

Ich möchte eines betonen:
Über etwas lesen und darüber reden, bringt keinen Nutzen. Nur das kontinuierliche Arbeiten, das Lernen durch Wiederholung bringt Erfolg. Das behaupte nicht nur ich, sondern auch seine Heiligkeit der Dalai Lama. Vielleicht glauben Sie ja ihm. Falls Sie seiner Heiligkeit auch nicht glauben, dann ja vielleicht der Firma NIKE, die da sagen: „Just do it“, was soviel heißt wie „Quatsch nicht blöd rum – mach!“ ;-)

Geklopft wird mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger, etwa 3 Mal pro Sekunde. Die Thymusdrüse wird mit der leicht geschlossenen Hand geklopft.

Wir nehmen als Beispiel einfach mal an, dass wir mit unseren „emotionalen Ausbrüchen“ unzufrieden sind. Wenn Sie diese Übungen machen, denken Sie bitte auch noch an eine aktuelle Situation, die zu Ihrer speziellen Emotion passt.

Klopfpunkt Handkante (HK):

Ich gebe zu, dass ich zu emotional bin.“
Ich ändere es jetzt.“
Ich befreie mich von meinen unbeherrschten Emotionen.“

[Diese Übung funktioniert nicht nur bei unliebsamen Emotionen, sondern auch bei Handlungen. Beispiel – angenommen Sie lügen:
Ich gebe zu, dass ich manchmal meinen Chef anlüge.“
Ich ändere es jetzt.“
Ich befreie mich davon meinen Chef anzulügen.“ usw.]

Klopfpunkt Daumennagel (1):
Ich vergebe mir, dass ich so unbeherrscht emotional bin.“

Klopfpunkt Zeigefingernagel (2):
Ich vergebe es den anderen, dass sie so unbeherrscht emotional sind.“

Klopfpunkt Mittelfingernagel (3):
Ich vergebe mir, dass ich so unbeherrscht emotional bin.“

Klopfpunkt Nagel des kleinen Fingers (4):
Ich vergebe es den anderen, dass sie so unbeherrscht emotional sind.“

Wenn wir uns unbeherrschte Emotionen verzeihen, müssen wir es natürlich den anderen auch verzeihen. Dann ärgern wir uns auch nicht mehr, wenn man uns auf die Palme bringt mit Gefühlsausbrüchen, denn wir wissen ja nun, wie leicht es ist, solche Dinge zu tun.

Klopfpunkt Thymusdrüse (5) Handbreit unter dem Kehlkopf:
Ich bin froh, dass ich es erkannt habe.“

Klopfpunkt Scheitelpunkt (6) höchster Punkt am Kopf:
Ich bin glücklich, dass es sich jetzt auflöst.“

Hier die Klopfpunkte in der grafischen Darstellung:




Sie dürfen diese Übung gerne auf facebook teilen, aber die Veröffentlichung auf anderen Webseiten und in gedruckter Form ist nicht gestattet.

Eine ähnliche Übung, mit anderen Klopfpunkten und Affirmationen, finden Sie in meinem Buch „Gapra-Meditation – Wege zur inneren Freiheit“.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.


Thomas Pfitzer

Dienstag, 2. Juli 2013

die 4 indischen Gesetze der Spriritualität

Gedanken zu den 4 indischen Gesetzen der Spiritualität.

Vor kurzem wurde auf facebook dieser Text gepostet. Ich habe mir ein paar Gedanken dazu gemacht, weil er mich zuerst sehr angesprochen hat. Erst beim späteren reflektieren, kamen ein paar Zweifel auf. Ich möchte nicht behaupten, dass ich mit meinen Gedanken richtig liege, sondern biete Ihnen das als „Diskussionsgrundlage“ an. Das Thema ist wohl zu komplex um eine eindeutige, immer geltende Lösung zu finden.

Zuerst der Originaltext: [Zitat]

Die vier indischen Gesetze der Spiritualität.

Das 1. Gesetz sagt:
"Die Person, die dir begegnet, ist die Richtige."

Das heißt, niemand tritt rein zufällig in unser Leben. Alle Menschen, die uns umgeben, die sich mit uns austauschen, stehen für etwas, bzw. haben einen Sinn, einen Nutzen. Entweder um uns zu lehren, oder uns in unserer Entwicklung voranzubringen.

Das 2. Gesetz sagt:
"Das was passiert, ist das Einzige was passieren konnte."

Nichts, aber absolut nichts von dem was uns geschieht hätte anders sein können.
Nicht einmal das unbedeutendste Detail. Es gibt einfach kein: "Wenn ich das anders gemacht hätte, dann wäre es anders gekommen."
Nein, das was passiert ist das Einzige, was passieren konnte und musste passieren damit wir unsere Lektionen lernen um vorwärts zu kommen.
Jede einzelne der Situationen, die uns im Leben widerfahren, sind absolut perfekt, auch wenn unser Verstand, unser Ego, sich widersetzen und es nicht akzeptieren will.

Das 3. Gesetz sagt:
"Jeder Moment in dem etwas beginnt, ist der richtige Moment."

Alles beginnt genau im richtigen Moment. Nicht früher und nicht später.
Wenn wir dafür bereit sind, damit etwas Neues in unserem Leben geschieht, ist es bereits da, um zu beginnen.

Das 4. Gesetzt sagt:
"Was zu Ende ist, ist zu Ende."

So einfach ist es. Wenn etwas in unserem Leben endet, dient es unserer Entwicklung. Deshalb ist es besser loszulassen und vorwärts zu gehen, beschenkt mit den jetzt gemachten Erfahrungen.

[Zitat Ende]

WOW, das ist schon bitter, wenn ich erfahre, dass all die stressigen und vergeudeten Monate mit dem Ex-Ehepartner vor der Scheidung nützlich waren, weil ich daraus lernen soll. Wie schon auch beim universalen Gesetz der Anziehung, (siehe Artikel: http://mymonk.de/die-5-gesetze-des-universums-die-ueber-gluck-und-unglueck-entscheiden/ ) sagt mir hier der weise Guru, dass ich selbst Schuld bin, weil ich genau diese Person in mein Leben gezogen habe, um mich weiter zu entwickeln.
Mehr noch: Anstatt mir das Recht einzuräumen, meiner Ex die Pest an den Hals zu wünschen, weil sie mit allen Kindern und der kompletten Wohnzimmereinrichtung, nebst Auto und 40.000-Euro-Küche das Heil bei ihrem Fitness-Trainer suchte, soll ich noch DANKBAR sein, dass ich lernen durfte, was mit MIR nicht stimmt.
Da wird auch die betrogene Ehefrau, die im PC des Göttergatten diverse Erotikaufnahmen mit der Sekretärin des selbigen findet, ihre Probleme haben, gell?

Ja, so ein Guru, der hat's leicht. Er sitzt da oben auf dem Berg, da wo's koa Sünd net gibt und knabbert seine Körner. Emotionen wie Zorn, Eifersucht, Neid und Selbstmitleid sind ihm fremd. „No woman no cry“, singt der Rastafari und zieht am Joint - auch eine Therapie...

Nun aber mal wieder ernst. Es ist schließlich ein ernstes Thema, für den, der leidet. Es mag stimmen, dass dieses Gesetz wahr ist, denn schließlich haben wir durch unsere freie Entscheidung Menschen bewusst in unser Leben gelassen. Wir tragen die volle Verantwortung. Niemand hat uns gezwungen Beziehungen, Freundschaften und Geschäftsverbindungen einzugehen mit X und Y. Wir hätten ja das universale Gesetz vom Anfang und Ende (siehe Artikel: http://mymonk.de/die-5-gesetze-des-universums-die-ueber-gluck-und-unglueck-entscheiden/ ) nutzen können und erst einmal alles genaustens hinterfragen können. Dann hätten wir die Fehler in unserer Wahrnehmung erkannt und uns vielleicht mehr auf unsere Intuition verlassen, die sich zuvor schon mit einem „seltsamen Gefühl“ gemeldet hat, aber von unseren Begierden, Wünschen und Bedürfnissen geflissentlich übersehen wurde. Insofern ist dieses Gesetz schon in Ordnung.

Aber:
Was ist mit den Dingen, die ich NICHT selbst in mein Leben ziehe, die ich NICHT selbst entschieden habe, sondern die über mich kommen, wie ein Gewitter aus heiterem Himmel? Bleiben wir in Indien. Will mir jetzt jemand sagen, dass die massenvergewaltigten Frauen das in ihr Leben gezogen haben, um daran zu wachsen und daraus zu lernen? Es gibt einige Menschen, die mir jetzt das Argument entgegensetzen, dass ALLES was geschieht selbst gewollt und selbst geleitet ist, wenn auch nur ganz stark „unterbewusst“.

Dazu hörte ich bereits folgende Theorien:

1. „Die Seele des Menschen sucht sich bei der Wiedergeburt die Existenz aus, in der sie leben möchte und ihr ist das Leid dieses Lebens im voraus bewusst. Sie wählt dieses Leben genau aus DEN Gründen aus - nämlich um leiden zu können, um zu lernen.“

Wenn man davon ausgehen möchte, dass es Wiedergeburt gibt und die Seele die Art und den Zeitpunkt der Wiedergeburt selbst bestimmen darf, mag das sehr vernünftig klingen. Die Frage ist: Wo ist der Beweis? Ist das nicht eine schön zusammengebastelte Geschichte, ähnlich die aller anderen Religionen, die uns helfen soll die schwierigen und leidvollen Momente des Lebens zu ertragen?
Mit Sicherheit ja, aber andererseits: Wenn es dem Menschen hilft, es besser zu meistern - warum nicht? Ich möchte nur darum bitten bei Diskussionen fair zu bleiben und es zu nehmen wie es ist. Es ist eben nicht die Wahrheit, sondern lediglich eine Hilfestellung in Form einer Philosophie bzw. Religion. Es ist nicht DIE Wahrheit, sondern nur eine Stütze.

2. Theorie:
Alles Karma.“

Was ein Glück, dass es Karma gibt. Keiner weiß, was es ist, aber jeder labert drum herum oder mitten hindurch. Mit Karma lässt sich alles erklären und alles beweisen. Genauso sinnig wie das Sprüchlein: „Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen“, oder: „Die Wege des Herrn sind unergründlich.“
Wer hat hier „Bullshit!“ gerufen?
Mit Karma kann ich dann auch der tränen-überströmten Mutter erklären, dass ihr totgefahrenes Kind soviel positives Karma im letzten Leben angehäuft hat, dass es sehr früh gehen durfte und sie als Mutter, in den früheren Daseinsebenen soviel negatives Karma angehäuft hat, dass sie – genau, Sie ahnen es schon – jetzt leiden muss, um ihr Karma auszugleichen und um zu lernen! Wenn Sie nun eine Faust in Ihrem Gesicht spüren, dann kommt die von der Mutter.

Karma – und ich ziehe mir bewusst den Zorn der selbsternannten Trommelschamanen und Heiler vom Rhein bis an die Wupper zu – ist nichts anderes als die esoterisch verklärte Variante des christlichen und deshalb nicht minder fragwürdigen Fegefeuers. „Bist du nicht brav, dann...“
Die einen drohen mit ewiger Verdammnis wegen Sünde, außerehelichem Dingsbums und bieten die Erlösung durch Zahlung der Kirchensteuer und die anderen drohen mit 1000 Wiedergeburten als Wurm, Opfer oder Vollpfosten, wenn man nicht:

a) die Seele reinigt im Weihrauch
b) die Trommel schlägt und singt
c) feengleich um's Feuer tänzelt

Grundsätzlich bin ich gerne Pragmatiker und sage: Wenn es hilft, dann ist es gut, aber bitte vergessen Sie nie, dass viele angebliche Heilungen eben nur Plazeboheilungen sind.

Warum nehmen wir nicht einfach hin, dass Kummer und Leid ein Bestandteil des Lebens ist wie Liebe und Glück?
Wir akzeptieren doch auch warm und kalt, hell und dunkel, laut und leise, Tag und Nacht und vieles mehr. Auch Gut und Böse sind Bestandteile der menschlichen Natur und wir sollten sie anerkennen und sie nicht leugnen und verdrängen. Was wir aus unserem Fokus nehmen, kann unbewusst wachsen und stärker werden. Wir müssen die negativen Aspekte unseres Wesens anerkennen, wahrnehmen und respektieren um sie auflösen zu können. Also sollten wir auch das Leid als Aspekt des Daseins anerkennen.
Kein Mensch hat behauptet, dass es leicht wird. Siehe hierzu auch facebooks Lieblingszitat: „Das Leben ist kein Ponyhof.“ – WOW, da wird jeder Guru blass vor Neid, bei soviel Selbstreflexion. Aber es ist eben etwas Wahres dran.

Die verbissene Suche nach einem Schuldigen oder einem Grund treibt oft seltsame Blüten. Der „Erklär-Bär“ ist unterwegs und möchte uns unbedingt erläutern warum die Welt so tickt, wie wir es oft nicht mögen.
Alle diese Theorien von Gott, Karma und Reinkarnationen dienen nur dazu dem Menschen eine Geschichte zu erzählen, die ihn glauben lassen soll, dass die Welt gerecht ist. Nach dem Motto: Früher oder später zahlen sie alle. Entweder in der Hölle oder bei der nächsten Wiedergeburt. Was, wenn das alles Humbug ist? Was, wenn die Welt nicht gerecht ist, sondern lediglich um Ausgleich BEMÜHT ist? Wie im Arbeitszeugnis: Er war stets bemüht... hat es aber nie hingekriegt ;-)

Das Universum und alle Planeten und alles was darin existiert, sind sich selbst regulierende Systeme. Alle Systeme, ob Planetenanumlaufbahnen mit ihren Gravitationen, Wetter, Pflanzenwelt, Wasserhaushalt oder Tierwelt, sind nur um Ausgleich bemüht. Es geht immer nur darum ein Gleichgewicht herzustellen zwischen Hitze und Kälte, Sonne und Regen, fressen und gefressen werden, aussterben und zu neuer Art mutieren.
Logisch, dass der Mensch sich am ausgleichenden Beispiel der Natur auch sein religiöses System aufgebaut hat, das da lautet: „Die Welt ist gerecht. Wenn ich jetzt viel Gutes tue, dann wird mir auch später viel Gutes widerfahren und wer jetzt Böses tut, wird irgendwann dafür zahlen. Wenn nicht gleich, dann im nächsten Leben.“

Wir lieben diesen Gedanken, weil er gerecht ist. Er dämpft unser Gefühl der Ohnmacht, wenn wir von den Medien wieder einmal zugeschüttet werden mit Hiobsbotschaften von verseuchtem Wasser durch Fracking und Keimen im Kartoffelsalat. Einer MUSS bezahlen – aber Superman ist gerade mal wieder in Urlaub – den Urlaub, den ich mir nicht leisten kann. Böse Welt!

Der Philosoph René Descartes sagte: „Ich denke, also bin ich.“
Vielleicht ist das nur die halbe Wahrheit? Ergänzen wir es: „Ich leide, also bin ich.“ Was passiert dann?

Bitte werfen Sie mir nicht vor, ich würde das Leid begrüßen und empfehlen, man möge sich darin suhlen und es auskosten als Beweis der Leidensfähigkeit und der Existenz. Ich meine damit lediglich, dass man den Versuch starten könnte, das Leid zu umarmen, es anzunehmen als Teil des Lebens, um es in Liebe und Dankbarkeit aufzulösen.

Die praktische Übung dazu, zeige ich Ihnen beim nächsten Mal. Es soll ja auch ein wenig spannend sein.

Thomas Pfitzer